04 Juni 2012

Lesen macht klug und schoen 677 - Christiane Rösinger - Liebe wird oft überbewertet

Nur drei Prozent aller Säugetiere leben monogam in einer festen Beziehung – warum muss dann ausgerechnet der Mensch dazugehören? Christiane Rösingers angewandte Paarforschung kommt zum Ergebnis, dass es wohl besser ist, wenn wir alleine leben.


Christiane Rösinger - Liebe wird oft überbewertet



















Fischer Verlag
ISBN: 978-3-10-092946-4
Preis € 13,99
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»Liebe – was soll das?«
Die Berliner Songwriterin als Liebes-Desillusionistin und Paarkritikerin: Christiane Rösinger weiß, dass »Menschen, die wie Steine nebeneinander sitzen«, Paare genannt werden und dass damit alles Unglück der Welt beginnt.


Ihre langjährige theoretische und praktische Forschung auf dem »Arbeitsfeld Liebe« bringt es an den Tag: »Die Liebe macht Menschen zu Idioten«, und das Pärchen ist eine »unterentwickelte Lebensform, bei deren Anblick man nur immer wieder ›Nein, danke‹ ausrufen will«. 


Dennoch umgibt uns alle die »Pärchendiktatur«, wie man als Single nicht nur an Silvester merkt. Aber Hoffnung naht mit diesem Buch – einer liebevollen Abrechnung mit der Liebe.





Christiane Rösinger

Christiane Rösinger war Mitgründerin, Sängerin und Texterin der Berliner Bands »Lassie Singers« und »Britta«. In den 90er Jahren war sie eine der Betreiberinnen der legendären Flittchenbar am Berliner Ostbahnhof. Neben ihrer Arbeit als Musikerin schreibt sie Kolumnen und andere Beiträge für verschiedene Zeitungen und Magazine, darunter taz, Tagesspiegel, Berliner Zeitung und Frankfurter Allgemeine Zeitung. Im Jahr 2008 veröffentlichte sie ihren ersten Roman, „Das schöne Leben“. Seit 2008 schreibt und spricht sie die wöchentliche Kolumne „Aus dem Leben der Lo-fi-Boheme“ für den österreichischen Radiosender fm4. Ihr erstes Soloalbum „Songs Of L. And Hate“ ist soeben erschienen. website der Autorin



"Am Anfang der Musik Christiane Rösingers steht das Wort. Ob mit den Lassie Singers, Britta oder solo: Schöne Melodien schmücken ungemein, aber es gibt etwas zu sagen: „Liebe wird oft überbewertet / Liebe ist nicht so wichtig, wie man denkt / Liebe ist nur ein Teilaspekt des Lebens / Und die anderen Teile sind auch nicht schlecht“. „Liebe wird oft überbewertet“ ist der Soundtrack des gleichnamigen Buches (Veröffentlichung am 8. März), aus dem Rösinger liest. Die Grundthese findet sich im Titel, aber die Autorin hat ihrem Forschungsdrang keine Grenzen gesetzt. Sie analysiert Pärchen-Beispiele aus Literatur und Zeitgeschehen, nähert sich dem Thema kulturphilosophisch wie psychologisch: Sie referiert Liebes- und Bindungstheorien und prangert die schlimmsten Irrtümer und ideologischen Verirrungen der anthropologischen, der evolutionsbiologisch und chemisch orientierten Liebesforschung an. Sie hat sich ins Herz der Finsternis der Pärchendiktatur begeben und etwa 100 gängige Single- und Beziehungsratgeber durchgearbeitet – und legt nun eine kurzweilige Analyse und Kategorisierung des Genres vor.

Lesungen verbindet Rösinger mit der Schau diverser Grafiken und natürlich: der Musik. 
Eine Showband mit Claudia Fierke, Andreas Spechtl und Stefan Pabst von Ja, Panik untermalt Rösingers Worte und begleitet sie bei den Songs aus dem Fundus ihres musikalischen Schaffens, die sie zwischen den Kapiteln spielen wird."

* * *


Christiane Rösinger weiß, dass »Menschen, die wie Steine nebeneinander sitzen«, Paare genannt werden und dass damit alles Unglück der Welt beginnt. Die Berliner Songwriterin – Schöpferin so unsterblicher Zeilen wie »Ihr denkt, ihr seid im Märchen und seid nur blöde Pärchen« – hat schon lange den Verdacht, dass es wohl besser ist, alleine zu leben. Ihre theoretische und praktische Forschung auf dem »Arbeitsfeld Liebe« bringt es an den Tag: »Die Liebe macht Menschen zu Idioten«, und das Pärchen ist eine »unterentwickelte Lebensform, bei deren Anblick man nur immer wieder ein tiefempfundenes ›Nein, danke‹ ausrufen will«. Dennoch umgibt uns alle die »Pärchendiktatur«, wie man als Single nicht nur an Krisentagen wie Weihnachten und Silvester merkt oder im Mai, dem »Monat der Überforderung«. Auch an »Orten des Unbehagens« wie der Popcornhölle des Kinocenters, wo sich Hunderte von jungen Paaren romantische Komödien anschauen, fühlt sich der alleinstehende Mensch schnell fremd. Aber Hoffnung naht mit diesem Buch – einer hintergründigen, komischen und vor allem liebevollen Abrechnung mit der Liebe.

Nur drei Prozent aller Säugetiere leben monogam in einer festen Beziehung – warum muss dann ausgerechnet der Mensch dazugehören? Christiane Rösingers angewandte Paarforschung kommt zum Ergebnis, dass es wohl besser ist, wenn wir alleine leben.



"Wenn es nur ein ganz kleines wenig Gerechtigkeit auf der Welt geben würde, dann könnte man jeden Tag so wundervolle Lieder von Frau Rösinger im Radio hören, aber das wird wohl immer ein Traum bleiben.."
Kommentar auf YouTube


CHRISTIANE RÖSINGER - Das Liebespaar ist eine ganz niedrige Lebensform
Über die romantische Zweierbeziehung hat Christiane Rösinger schon einige herrlich übellaunige Lieder geschrieben. Und nun auch noch ein Buch. - die Zeit von Daniel Erk
Rösinger freut sich, dass sie den ganzen Ballast, den Männer, Gesellschaft und Frauenmagazine an eine erwachsene Frau herantragen, hinter sich gelassen hat. Sie sitzt in der Ecke des Berliner Lokals, lächelt verschmitzt und erzählt von der Liebe, als hätte sie gerade eine ebenso langweilige wie unsinnige Aufgabe ad acta legen können. Oder ein lästiges Laster aufgegeben.

Pärchen sind wie Parasiten
Pärchen verpisst euch, keiner vermisst euch! - frankfurter Rundschau Buchtipp
Christiane Rösinger tritt mit ihrem Buch „Liebe wird oft überbewertet“ zum Kampf gegen den Beziehungs-Terror an - ganz nach dem Motto der Band "Lassie Singers": „Pärchen verpisst euch, keiner vermisst euch! Insgesamt sind Rösingers Darlegungen angenehm einseitig. Warum sollte sie in ihrer Argumentation schließlich differenziert sein, wenn es der imaginierte Feind (die quasi-mafiöse Pärchen-Lobby) auch nicht ist? Insofern ist „Liebe wird oft überbewertet“ eine gute Lektüre für alle einsamen Kämpfer gegen das Paar-Diktat, die sich ausnahmsweise mal in ihrer Weltsicht bestätigt sehen möchten.



Lieber Liebes-Ratgeber - Kurze Anmerkungen zu Christiane Rösingers biografisch angehauchtem Sachbuch „Liebe wird oft überbewertet“ Von Thomas Neumann literaturkritik.de
Dabei sind die Berichte aus dem Berlin der Gegenwart in der präzisen, analytischen und sezierenden Sprache Rösingers der unterhaltsamere Teil des Buches. Bei der Aufarbeitung der „Single- und Beziehungsratgeber“ analysiert sie zwar unlustige Lektüre, gewinnt dieser „problematischen“ Textsorte aber durchaus humorige Aspekte ab. Die hiermit zumindest in Ansätzen lustige Lektüre  bringt den Leser aber trotzdem nicht weiter und ist an manchen Stellen – ebenso wie die Vorlagen – literarisch und unterhaltungstechnisch eher uninteressant. Dennoch schafft es Rösinger, die nicht unberechtigt als Expertin in Sachen schlechter Laune gelten darf, einem „an sich“ humorlosen Textkomplex zu einem einigermaßen unterhaltsam zu lesenden „Bericht“ zusammenzufassen, dessen Ergebnis das Rösinger’sche Motto – noch aus Zeiten der „Lassie Singers“ stammend – „Pärchen verpisst euch, keiner vermisst euch“ treffend zusammenfasst.


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