20 Februar 2017

Lesen macht klug und schoen 1256 - Margriet de Moor - Schlaflose Nacht

Margriet de Moor erzählt in ihrem unverkennbaren Ton eine schmerzliche Liebesgeschichte.
Margriet de Moor - Schlaflose Nacht




















Carl Hanser Verlag, München 2016
ISBN 9783446252806
Gebunden, 128 Seiten,
16,00 EUR
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Niemand hätte gedacht, dass sie bleiben würde. Nachdem passiert war, was alle nur das Unglück nannten: der Schuss im Chicorée-Treibhaus. Sie blieb, aber sie wollte nicht wie eine Nonne leben. Deshalb gab sie eine Anzeige auf, unmissverständlich. Die Begegnungen mit den unbekannten Männern verliefen stets nach demselben Muster: kennenlernen, erzählen, eine gemeinsame Nacht. Dabei ließ sie die Erinnerung an ihren toten Mann jahrelang nicht los. Und immer wieder die Frage: Warum hatte er es getan? - Bis zu jenem eiskalten Tag und jener schlaflosen Nacht.

Margriet de Moor studierte Klavier und Gesang. Ihr erster Roman "Erst grau dann weiß dann blau" wurde in den Niederlanden und Deutschland ein großer Erfolg.


13 Februar 2017

Lesen macht klug und schoen 1255 - Petina Gappah - Die Farben des Nachtfalters

»Atemraubend brillant und herzzerreißend schön. 
Ein Meisterwerk.« Taiye Selasi
Roman




















Arche Verlag, Zürich 2016
ISBN 9783716027509
Gebunden, 352 Seiten,
22,00 EUR
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Sie heißt Memory und sitzt in einer Todeszelle in Simbabwes berüchtigtem Gefängnis Chikurubi. Für eine amerikanische Reporterin, die sich für ihren Fall interessiert, schreibt Memory ihre Geschichte auf. Es ist ein Schreiben um Leben und Tod. Memory ist eine weiße Schwarze, eine Albino, die bis zu ihrem 9. Lebensjahr in einer Township aufwuchs. Dann, so glaubt sie, wurde sie von ihren Eltern an den reichen weißen Großgrundbesitzer Lloyd Hendricks verkauft. Er kümmerte sich liebevoll um sie und ermöglichte ihr eine erstklassige internationale Ausbildung. Jetzt ist er tot und Memory des Mordes an ihm angeklagt. Wer war Lloyd Hendricks wirklich? Kann Memory ihren Erinnerungen trauen? Petina Gappah erzählt diesen faszinierenden, vor dem Hintergrund der Geschichte Simbabwes spielenden Roman fesselnd wie einen Krimi und verleiht ihrer Heldin eine unvergessliche literarische Stimme.

Petina Gappah, geboren 1971 in Rhodesien, ist eine simbabwische Autorin, die in englischer Sprache schreibt.


06 Februar 2017

Lesen macht klug und schoen 1254 - Katja Lange-Müller - Drehtür

Mit jeder Zigarette taucht Asta tiefer in ihre Vergangenheit ein - und mit jeder Episode variiert die Erzählerin ein höchst aktuelles und existenzielles Thema: das Helfen und seine Risiken.

Katja Lange-Müller - Drehtür
Roman



Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2016
ISBN 9783462049343
Gebunden, 224 Seiten,
19,00 EUR
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Asta Arnold ist nach 22 Jahren im Dienst internationaler Hilfsorganisationen am Münchener Flughafen gestrandet. Von den Kollegen weggemobbt aus der Klinik in Nicaragua, wo sie zuletzt tätig war, steht sie neben einer Drehtür und raucht. Sie wollte eigentlich gar nicht zurück. 
Aber weil sich ihre Fehlleistungen häuften, bekam sie ein One-Way-Ticket geschenkt. Nun weiß sie nicht, wie es weitergehen soll. Einigermaßen wohl fühlt sie sich nur, wenn sie gebraucht wird. Und wer könnte sie, die ausgemusterte Krankenschwester, jetzt noch brauchen? 
Während Asta über sich nachdenkt, beobachtet sie ihre Umgebung - und meint, Menschen wiederzuerkennen, denen sie im Laufe ihres Lebens begegnet ist: den Koch der nordkoreanischen Botschaft, der eines Abends mit geschwollener Wange in einem Berliner Hauseingang hockte, ihre Kollegin Tamara, die ein glühender Fan von Tamara "Tania" Bunke war, ihren Exfreund Kurt, mit dem sie turbulente Wochen in einer tunesischen Ferienanlage verbrachte, einen amerikanischen Schauspieler, der einen Nazi-Arzt darstellte, und einige andere mehr. 
Mit jeder Zigarette taucht Asta tiefer in ihre Vergangenheit ein - und mit jeder Episode variiert die Erzählerin ein höchst aktuelles und existenzielles Thema: das Helfen und seine Risiken.

Katja Lange-Müller ist 1951 in Ostberlin geboren. Sie lernte Schriftsetzer, arbeitete später als Hilfspflegerin auf psychiatrischen Stationen, lebte ein Jahr in der Mongolei und verließ die DDR 1984, fünf Jahre vor dem Mauerfall. 1986 erhielt sie den Ingeborg-Bachmann-Preis, 1995 den Alfred-Döblin-Preis für ihre zweiteilige Erzählung "Verfrühte Tierliebe". Stadtschreiberin in Mainz im Jahr 2002.

02 Februar 2017

in eigener Sache - Lillemor's Frauenbuchladen in der SZ vorgestellt

Langer Kampf – 
Der erste deutsche Frauenbuchladen: 
Lillemor's in der Maxvorstadt

Vieles, was in den Regalen der Frauenbuchhandlung Lillemor's steht, erwartet man dort genau so: einen Kunstband über feministische Avantgarde zum Beispiel, Hilde Domins Gedichte oder die Analyse "Warum Liebe weh tut" der Soziologin Eva Illouz. 
 

Ein bisschen irritiert es eher, auf einem Regalbrett etwas wahllos lauter Bücher männlicher Autoren zu finden: Ist dies das Eck für "Männerliteratur"? Nein, das sind Bücher, die bestellt und nicht abgeholt wurden, klärt Buchhändlerin Ursula Neubauer auf. Sie hätten die dorthin gestellt, um sie noch irgendwie loszuwerden. Aber nur in dieses eine Fach: "Mehr Platz kriegen sie nicht!"



Neubauer lacht, als sie das sagt. So radikal wie in den Anfängen geht es hier ja längst nicht mehr zu. 1975, als der Laden als erste Frauenbuchhandlung Deutschlands damals noch in der Arcisstraße gegründet wurde, standen die Zeichen stärker auf Kampf: Es war die Hoch-Zeit der feministischen Bewegung; der Laden entwickelte sich im Umfeld des Verlags "Frauenoffensive", der mit Verena Stefans Bestseller "Häutungen" einen Nerv traf.

Im Laden selbst hatten Männer damals keinen Zutritt, damit die Frauen sich in einem geschützten Raum austauschen konnten. Ein Treffpunkt sei das gewesen, "eine Sozialstation", sagt Neubauer, die zusammen mit Andrea Gollbach 1979 zum damaligen Kollektiv stieß und mit ihr das Geschäft bis heute weiterführt.
Natürlich ist es ruhiger geworden.

"Bei vielen Älteren ist das Thema doch irgendwie durch", sagt Neubauer, "die haben lange gekämpft und sind berechtigterweise etwas müde geworden." Dafür kommen jüngere Frauen, die sich für Feminismus interessieren - und für Literatur von Frauen überhaupt.

Das "indiskutable, dumme" Label Frauenliteratur kann man dabei getrost vergessen: Um "gute Literatur von Frauen" geht es den Buchhändlerinnen, die auf ein breiteres Sortiment setzen als früher. Ein Kampf ist es heute eher in anderer Hinsicht:

"Es ist ein hartes Brot", sagt Neubauer, "wenn man keine Liebe zu Büchern und Menschen hat, ist es kein guter Beruf." Sie jedoch liebt die Lebendigkeit, den Diskurs. Wärmstens empfiehlt sie zum Beispiel derzeit den Roman "Das achte Leben" von Nino Haratischwili. Da macht die Lektüre auch sicherlich mehr Spaß als beim Ratgeber "Ein Mann ist keine Altersvorsorge".

Lillemor's Frauenbuchladen, Barer Str.70, 80799 München
mit Genehmigung der SZ: Bild: Stephan Rumpf8. Juni 2016, 16:312016-06-08 16:31:37©SZ vom 08.06.2016/vewo

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website 
http://www.frauenliteratur.de/
und auf facebook 
Wir freuen uns auf Ihren Besuch. 

30 Januar 2017

Lesen macht klug und schoen 1253 - Hilary Mantel - Jeder Tag ist Muttertag

Ein dezentes, kluges und emotional starkes Buch, meint er, rabenschwarz, britisch eben. Und mit den 30 Jahren Abstand zur Originalveröffentlich wie eine Art Charles Dickens des späten 20. Jahrhunderts.

Hilary Mantel - Jeder Tag ist Muttertag
Roman



DuMont Verlag, Köln 2016
ISBN 9783832198237
Gebunden, 256 Seiten, 

22,99 EURhier bestellen (Ab 25€ ist der Versand kostenfrei)

 Längst haben es die Nachbarn aufgegeben, mit Evelyn und Muriel Axon Kontakt zu pflegen. Das ist Evelyn, die früher gelegentlich als Medium arbeitete und sich von Geistern verfolgt fühlt, nur recht. Zusammen mit ihrer Tochter verbarrikadiert sie sich in ihrem Haus, das mehr und mehr verfällt. Mit den Sozialarbeitern, die ihre geistig behinderte Tochter fördern wollen, wird sie schnell fertig. Aber wie soll sie mit Muriels Schwangerschaft und dem Kind, wenn es denn mal da ist, umgehen? Isabel Field ist die neueste Sozialarbeiterin, die den Widerstand der Axon-Damen brechen will. Sie ist ähnlich verbissen und starrköpfig wie Evelyn. Und hat ebenso viele Probleme: einen sexuell sehr aktiven Vater, der seine Eroberungen in den Waschsalons der Kleinstadt macht, und einen schwärmerischen, aber angstgetriebenen Liebhaber, Colin Sydney, der Abendklassen besucht, um seiner dominanten Frau zu entkommen. Wäre da noch Muriel. Sie scheint ganz offensichtlich ein eigenes Leben zu haben, von dem weder ihre Mutter noch die Sozialarbeiter etwas ahnen. Und man fragt sich, ob Muriel wirklich so behindert ist, wie alle glauben.

Hilary Mantel wurde 1952 in Glossop, England, geboren. Nach dem Jura-Studium in London arbeitete sie als Sozialarbeiterin. Sie lebte fünf Jahre lang in Botswana und vier Jahre in Saudi-Arabien. Für den Roman ?Wölfe? wurde sie 2009 mit dem Booker-Preis, dem wichtigsten britischen Literaturpreis, ausgezeichnet.

23 Januar 2017

Lesen macht klug und schoen 1252 - Anne Enright - Rosaleens Fest

Die irische Meisterin kühler Beobachtung: Anne Enright bleibt ihrem großen Thema, der abgründigen Familiengeschichte, auch im neuen Roman treu.

Anne Enright - Rosaleens Fest
Roman




















Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), München 2015
ISBN 9783421047007
Taschenbuch, 384 Seiten, 
9,99 EURhier bestellen (Ab 25€ ist der Versand kostenfrei)


Rosaleen ist eine Frau, die nichts tut und von den anderen alles erwartet. Sie ist Mitte siebzig, die vier Kinder sind schon lange aus dem Haus. Die Brüder Dan und Emmet sind vor der Enge der irischen Heimat in die Ferne geflohen; das Nesthäkchen Hanna wollte auf den Theaterbühnen der Welt reüssieren, spricht aber nun dem Alkohol zu, und Constance, die Älteste, hat sich selbst verloren. Doch abgenabelt hat sich keines der Kinder. Noch immer versucht jedes auf seine Weise, es dieser besten aller Mütter recht zu machen. Und scheitert.

Da kommt die Einladung zu einem letzten Weihnachtsfest in Ardeevin. Rosaleen möchte das Haus, in dem die Kinder groß geworden sind, das voller Erinnerungen an glückliche Momente und Verletzungen steckt, verkaufen. Die Geschwister reisen mit diffuser Hoffnung auf Versöhnung an - und doch endet es, wie noch jedes Weihnachten geendet hat.

Booker-Preisträgerin Anne Enright wagt sich auf den dunklen Grund unserer Gefühle, studiert menschliches Verhalten dort, wo es am störanfälligsten ist, wo Liebe und Hass nahe beieinander liegen und es kein oder zumindest kein einfaches Entrinnen gibt: in der Familie.

Anne Enright wurde 1962 in Dublin geboren, arbeitete als Schauspielerin und Fernsehproduzentin und lebt heute als Schriftstellerin und Literaturkritikerin im irischen Bray, County Wicklow. Ihre Werke wurden mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet. 2007 erhielt sie für den Roman "Das Familientreffen" den Booker Preis.

16 Januar 2017

Lesen macht klug und schoen 1251 - Slavenka Drakulic - Dora und der Minotaurus

»Nach Picasso nur Gott.« Dora Maar
Slavenka Drakulic - Dora und der Minotaurus















Aufbau Verlag
Gebunden mit Schutzumschlag,
236 Seiten
978-3-351-03643-0
19,95 €
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Picasso und seine Musen: Slavenka Drakulić erzählt die Geschichte von Dora Maar, einer gefeierten Fotografin aus dem Kreise der Surrealisten, und ihrem von großer Liebe und großem Leid gekennzeichneten Verhältnis zu einem der größten Genies des 20. Jahrhunderts: Pablo Picasso.
Ein Roman über das ewige Rätsel der Liebe – und diejenige Geliebte Picassos, die ihn am meisten inspiriert und dafür den höchsten Preis bezahlt hat.

Picassos Bild „Dora und der Minotaurus“, das ein Ungeheuer mit Menschenleib und Stierkopf beim Liebesakt zeigt, verkörpert die Bestialität des Menschen und die tödlichen Wunden, die die Liebe verursacht. Im wahren Leben ist Picasso selbst das Ungeheuer, das die Frauen zerstört und in den Wahnsinn treibt.
Dora Maar, geboren 1907 in Paris und aufgewachsen in Buenos Aires, war mehr als nur eine von vielen Geliebten des genialen Picasso. Schon vor ihrer Beziehung zu ihm war sie eine erfolgreiche Fotografin und gehörte zu den schillerndsten Figuren der Pariser Avantgarde um André Breton, Brassaï und Man Ray. Während ihrer langjährigen Liaison hielt Picasso ihre rätselhafte Ausstrahlung in einer Reihe von Porträts fest.
In ihrem neuen Roman lässt Slavenka Drakulić diese ungewöhnliche Frau selbst zu Wort kommen. Sie verleiht derjenigen eine Stimme, die sich selbst entschlossen hatte, zu schweigen. Die ihre Karriere für einen Mann aufgab, der sie bis an ihr Lebensende nicht loslassen sollte. Dabei wird wie nebenbei die ganze Welt der Kunst im Paris der 1930er Jahre wieder lebendig.


Slavenka Drakulić, geboren 1949 in Kroatien, ist eine der bekanntesten Schriftstellerinnen ihres Landes. Sie lebt in Kroatien, Stockholm und Wien. 2005 erhielt sie für »Keiner war dabei« den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung. 2007 erschien der Roman »Frida« über Frida Kahlo. 2008 folgte »Leben spenden«. Slavenka Drakulić schreibt u.a. für die Süddeutsche Zeitung, die Neue Zürcher Zeitung und ZEIT Online. Mehr Informationen zur Autorin unter www.slavenkadrakulic.com


10 Januar 2017

Ausstellung AUFBRUCH - Fotografien von Kerstin Brandes bei Lillemors

AUFBRUCH

FOTOGRAFIEN von KERSTIN BRANDES
vom 10. Januar – 31. März 2017

JOUR FIX 14.1.2017 von 11 - 14 Uhr
in Lillemors Frauenbuchladen



Eine Reise in neue Gefilde und das Erfahren von Neuem. Und das nicht nur, um das Unbekannte zu erleben, sondern vielmehr, um angeregt zu werden, seine eigene, vertraute Welt aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Hinterfragen unseres Kanons und unserer Definitionen. 
Wie neugierig und offen sind wir? Machen wir uns das Fremde vertraut oder perlt es an uns ab?

In der Ausstellung liegt der Fokus auf der Fotografie und Eindrücken aus dem chinesischen Alltag. Dabei kann der Betrachter die Faszination spüren, die immer wieder von diesem Land ausgeht. Man sucht bei den gezeigten Bildern jedoch vergeblich nach den allzu offensichtlichen und sich allgegenwärtig aufdrängenden exotischen Motiven Chinas. 
Es stehen vielmehr die kleinen Szenen am Rande - meist unbeachtete, weil nicht unbedingt gefällige, Details - im Mittelpunkt.  

Ein Versuch, mit wenig Kenntnis von Sprache und Kultur, zu verstehen, welche Bedeutung Gegenstände, Symbole und Handlungen haben. Dem geht mitunter ein Scheitern einher. 
Das Fremdsein als Hülle, die unter anderem Schutz gibt, auszuprobieren, sich mehr auf sein Gefühl zu verlassen, etwas zu wagen. Auch zu wagen, manche Dinge in den bekannten Kanon einfach einzuordnen, dabei Parallelen zu ziehen und neue Facetten zu entdecken. Und zu akzeptieren, dass man selbst eine Geschichte hat, die man mitbringt und die immer in einer Form ein Ausgangspunkt und Begleiter sein wird.

Ursprünglich war die Kamera nur meine Art von Notizbuch, um später die Motive in Malerei umzusetzen. Im Laufe der Zeit hat sich die Fotografie jedoch als eigenständige Bildform für mich entwickelt, die für sich alleine besteht.

Mein Credo ist, dass ich spontan fotografiere und den Augenblick, den Wimpernschlag festhalte. Ich zeige keine lang komponierten Szenen oder ausgefeilten Belichtungstechniken. Bewusst verzichte ich auf Retusche und Bildbearbeitung. Die gezeigten Motive sind nur wenn es das Druckformat erfordert minimal zurechtgeschnitten. Ich möchte dem Betrachter genau mein Blickfeld, meinen Fokus anbieten.
www.kerstinbrandes.com

visdp:  Andrea Gollbach, Lillemors Frauenbuchladen, Barerstr. 70, 80799 München

09 Januar 2017

Lesen macht klug und schoen 1250 - Judith Hermann - Lettipark

In ihren Erzählungen spürt Judith Hermann diesen alles entscheidenden Momenten nach, unserer Einsamkeit und Wut und Sehnsucht.

Judith Hermann - Lettipark
Erzählungen







S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2016
ISBN 9783100024930
Gebunden, 192 Seiten, 
18,99 EUR
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Ein Fotograf betrachtet seinen Adoptivsohn, interessiert und distanziert, wie eines seiner Bildmotive, und seine Frau sieht diesen Blick. Vielleicht wird darüber alles zerbrechen. Ein alter Mann denkt an eine lange Reise nach Nantucket, die viele Jahre zurückliegt, zu Freunden, in ein Haus, das erst in Umrissen existierte. Walter hatte für ihn dieses Haus mit Worten in die Luft gezeichnet. Er glaubt sich an eine Umarmung zu erinnern, zum Abschied. Judith Hermanns Figuren sind manchmal ganz schutzlos. Umso intensiver sind ihre Begegnungen mit anderen, geliebten, fremden Menschen. Diese Momente geschehen beiläufig, unaufgeregt und entfalten unter der Oberfläche eine existentielle Wucht. 

Judith Hermann wurde 1970 in Berlin geboren. Ihrem Debüt ›Sommerhaus, später‹ (1998) wurde eine außerordentliche Resonanz zuteil. 2003 folgte der Erzählungsband ›Nichts als Gespenster‹. Einzelne dieser Geschichten wurden 2007 für das Kino verfilmt. 2009 erschien ›Alice‹, fünf Erzählungen, die international gefeiert wurden. 2014 veröffentlichte Judith Hermann ihren ersten Roman, ›Aller Liebe Anfang‹. Für ihr Werk wurde Judith Hermann mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Kleist-Preis und dem Friedrich-Hölderlin-Preis. Zuletzt erschienen die Erzählungen ›Lettipark‹. Die Autorin lebt und schreibt in Berlin.


02 Januar 2017

Lesen macht klug und schoen 1249 - Karin Sagner - Frauen auf eigenen Füßen

Karin Sagner - Frauen auf eigenen Füßen
Spazieren, Flanieren, Wandern











Suhrkamp Verlag
Erschienen: 12.10.2016 Gebunden, 160 Seiten
ISBN: 978-3-945543-21-4
24,95 € 
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Als Frauen Schnürstiefel an- und ihre Korsagen auszogen, um in die Stadt oder die Natur zu gehen, erlebten sie Freiheit, Abenteuer und Selbstbestimmtheit. Bereits ein Spaziergang galt als unschicklich, alleine auf den Boulevards in der Stadt zu promenieren wäre undenkbar gewesen, und eine Wanderung ohne Begleitung war jenseits jedes gesunden Vorstellungsvermögens. Frauen sollten zu Hause sein und bleiben, aber das wollten im 19. Jahrhundert immer weniger von ihnen. 
In Frauen war der Wunsch erwacht, alleine über Wiesen zu gehen, am Meer entlangzulaufen, in den Bergen zu wandern und in den Städten zu flanieren. 




Die Geschichte der spazierengehenden Frau ist nicht nur verbunden mit ihrer Befreiung aus starren Konventionen, sondern geht einher mit der Entdeckung eines neuen Natur- und Körpergefühls. 
Auf eigenen Füßen in eine neue Unabhängigkeit!

Karin Sagner hat nach dem Studium der Kunstgeschichte und Germanistik in München und Paris über Claude Monet promoviert. Nach ihrer Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin an den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in München arbeitet sie heute als freie Autorin und Kuratorin. Über ihr Spezialgebiet, die französische und deutsche Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts, hat sie mehrere Bücher publiziert. 2011 erschien ihr Buch Schöne Frauen, 2012 Renoir und seine Frauen im Elisabeth Sandmann Verlag.