17 April 2013

Petra Morsbach - Dichterliebe - Lesen macht klug und schoen 963

Lesung im Literaturhaus München am
Mittwoch, 24.4.2013, 20:00 Uhr, Bibliothek
Ein deutsch-deutscher Roman, der der Welt der DDR die rauhe Wirklichkeit nach der Wende gegenüberstellt, treffsicher und voll subtiler Komik.
Petra Morsbach - Dichterliebe
Roman




Albrecht Knaus Verlag, München 2013
ISBN 9783813503722
19,99 EUR
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Ein hintergründiger Roman über deutsche Befindlichkeiten und sensible Künstlerseelen.
Der Lyriker Henry Steiger war in der DDR ein Star. Dann kam die Wende und mit ihr ein unsanftes Erwachen. Im Westen liest niemand Gedichte, sagt sein Verleger und rät zu einem Liebesroman. Aber Henry hält Prosa für unter seiner Würde. Bis die junge West-Kollegin Sidonie seine Phantasie beflügelt. Ein deutsch-deutscher Roman, der der Welt der DDR die raue Wirklichkeit nach der Wende gegenüberstellt, treffsicher und voll subtiler Komik.
Für Henry Steiger bedeutet die Wende 1989 nicht nur Befreiung. Der so eigensinnige wie angesehene DDR-Lyriker ist nun ein auf Stipendien angewiesener Hungerkünstler. Ein alter silberner Porsche ist das letzte Relikt der Hoffnung, den Ruhm in die neue Zeit retten zu können. In Wahrheit steckt Henry in einer Lebenskrise. Mit anderen Stipendiaten führt er in einer Künstlerenklave bei billigem Wein lächerliche Kämpfe um die wahre Kunst, buhlt um jeden Rock und trauert seinem alten Status hinterher. In Dichterliebe fragt Petra Morsbach ernst und ironisch zugleich nach dem Platz des Künstlers in der Gesellschaft. Dabei gelingt ihr ein überraschend klarer und humorvoller Blick zurück auf eine vermeintlich „gute alte Zeit“, als die Welt, auch die der Literatur, noch in Ordnung schien.


Petra Morsbach

Petra Morsbach, geboren 1956 in Zürich, studierte im München und St. Petersburg. Nach ihrer Promotion über Isaak Babel arbeitete sie zehn Jahre lang hauptsächlich als Dramaturgin und Regisseurin und lebt heute als freie Schriftstellerin in der Nähe von München. Für ihr belletristisches Werk wurde Petra Morsbach vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Marieluise-Fleißer-Preis, dem Johann Friedrich von Cotta-Literatur- und Übersetzerpreis, dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung und dem Pro meritis scientiae et litterarum des Freistaats Bayern. http://de.wikipedia.org/wiki/Petra_Morsbach
http://www.petra-morsbach.de/

Presse:
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 28.02.2013Den originellsten DDR-Roman der Saison hat ausgerechnet eine "Westschnepfe" geschrieben, so jedenfalls hätte es wohl Petra Morsbachs Protagonist formuliert, erklärt Alexander Cammann. In "Dichterliebe" erzählt die Autorin vom ehemals gefeierten Ost-Dichter Heinrich "Henry" Steiger, der mit seinem Bedeutungsverlust nach dem Mauerfall und mit der Einheit ganz allgemein nicht zurecht kommt, fasst der Rezensent zusammen. Er ist umgeben von "Ignoranten und Idioten", sein Verleger nervt ihn damit, dass er Prosa schreiben soll, Performance-Kunst kotzt ihn an und überhaupt: Ohne DDR ist alles doof. In einem ostfriesischen Künstlerhaus sitzt er ein Stipendium ab und quengelt über Vergangenheit und Gegenwart. Der Rezensent freut sich sehr über dieses Porträt einer "jammernden Ost-Intelligenzija". Morsbach vermeidet Klischees, sie geht ins schmerzhafte Detail und trotzdem gelingt ihr eine allgemeine Parabel auf die "irdische Lächerlichkeit künstlerischer Selbstüberhöhung", lobt Cammann begeistert.

„Der originellste Ost-Roman der Saison“ Die Zeit, Alexander Cammann (28.02.2013)

"Wie Lyrik, die den Figuren so viel bedeutet, in den Text integriert sind, ist dann aber als positiv zu vermerken. Oft deklamieren sie Gedichte von Peter Huchel, Günter Kunert, Wolfgang Hilbig, Franz Führmann, Friedericke Mayröcker, Bertold Brecht und vielen anderen.
Am Ende des Buches sind die zitierten Gedichte mit Informationen verzeichnet. " http://www.buechereule.de/wbb2/thread.php?threadid=72456

"Der Roman ist genau, sprachmächtig und amüsant. Eine Geschichte, die als gute Geschichte über sich hinausgreift: Sie begleitet ein Leben in der Existenzkrise, fragt nach dem Platz der Literatur und behandelt in aller Eigenart einen Fall von Liebe."
Werner Liersch, NEUES DEUTSCHLAND

"Dichterliebe fußt auf einer genauen Kenntnis von Dichterseelen und Literaturbetrieb. Ein Spiel über die Bande. Wer spricht hier eigentlich durch wen? Erzähler ist Henry Steiger, Lyriker aus dem Osten, ausgedacht hat ihn sich Petra Morsbach, Prosaistin aus dem Westen. Sie - die Westfrau – ergeht sich in Männerphantasien und DDR-Klischees. Das ist mutig. Aber sie macht das so einfühlsam, dass der Leser in ein Wechselbad der Gefühle gerät."
Benedikt Gondolf, ASPEKTE


Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.04.2013
Die Mischung geht nicht ganz auf, kritisiert Meike Fessmann den Versuch der Autorin, eine historische Dokumentation über das Leben als DDR-Lyriker nach dem Ende der DDR und eine Satire über das heutige Stipendiatenleben miteinander zu verzahnen. Petra Morsbachs sicherlich mit jeder Menge eigener Stipendiatinnenerfahrung geschriebener Roman bietet Fessmann allerdings ausreichend Witz und Tiefgang und pointenreiche Dialoge, um das Knirschen der Dramaturgie zu überhören. Und das Ansinnen der Autorin, keinen Schlüsselroman zu schreiben, laut Fessmann möglicherweise aussschlaggebend für die unrunden Momente des Buches, scheint ihr schließlich auch edel genug.
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Lesetermine:

Lesungen & Events:

24.04.2013 20.00 Uhr
Petra Morsbach - Dichterliebe
Dichterliebe
Buchpräsentation, moderiert von Paul Jandl

Literaturhaus 
Am Salvatorplatz 1
80333 München

Weitere Informationen:
Literaturhaus 
Tel. 089/2919340


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Zitat zum daily book heute:
"Es gibt einfach keine einfachen Antworten auf unsere Existenz. Und er ist sehr ehrlich zu sich selbst, er versucht, den Anforderungen des Lebens zu begegnen, und ich halte das für eine große Leistung, ich möchte sagen, ich habe diese Gespräche mit den Pfarrern sehr genossen, es waren alles ganz skrupulöse, gescheite Leute, und ich fühlte mich in diesen Gespräche selbst durchaus beschenkt; vielleicht gerade dadurch, dass sie so geknechtet waren durch ihr Dogma, waren sie besonders sensibilisiert, besonders angeschärft in ihrem Bewusstsein für die Widersprüche ihres Berufes und ihres Lebens, aber das imponiert mir immer noch hundert Mal mehr als jemand, der gedankenlos sich ständig materiell befriedigt. "
Petra Morsbach ( Gottesdiener)




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