04 September 2012

Olga Flor - Die Königin ist tot - Lesen macht klug und schoen 760

Ein Auszug aus dem Titel wurde für den Alfred-Döblin-Preis 2011 nominiert: 
Olga Flor - Die Königin ist tot
Roman 



















Zsolnay Verlag
Erscheinungsdatum: 27.08.2012
ISBN 978-3-552-05578-0
18.90 €
hier bestellen (Ab 25€ ist der Versand kostenfrei)


USA, nahe Zukunft: Eine ehrgeizige junge Europäerin sucht den gesellschaftlichen Aufstieg und findet ihn in der Heirat mit dem wesentlich älteren Medientycoon Basil Duncan. Sie nennt sich Lilly, wird Mutter, lebt in einem noblen Haus am Meer und berauscht sich am scheinbar grenzenlosen Einfluss ihres Ehemannes und an ihrer eigenen Nähe zur Macht. 

Für Duncan wird das Familienidyll allerdings bald schal, er beschließt, seine junge Frau durch die noch jüngere und interessantere Fernsehjournalistin Ann zu ersetzen – und die Erstfrau gesittet und geregelt an seinen Stellvertreter im Konzern, Alexander, weiterzugeben. Doch kaum haben Alexander und Lilly das exquisite Apartment im obersten Stockwerk eines prominenten Hochhauses bezogen, das ihnen Duncan generös gleich dazu spendiert hat, schmieden die beiden einen radikalen und folgenschweren Plan ... 

Mit virtuosen sprachlichen Mitteln schickt Olga Flor ihre Lady Macbeth in den Kampf. Entstanden ist eine düstere und kompromisslos komische Liebesgeschichte, die dem Zusammenspiel von Gewalt und sexueller Anziehung, von Berechnung und Empfinden, von Schuld und Verantwortung auf den Grund geht.

Ein Text über Macht und Sexualität, über Gier und Gewalt und die Folgen für eine Beziehung, die auf einem gemeinsamen Verbrechen beruht: nicht zuletzt eine Liebesgeschichte.




Olga Flor

Olga Flor, geboren 1968 in Wien, aufgewachsen in Wien, Köln und Graz, lebt in Graz. Sie studierte Physik und arbeitete im Multimedia-Bereich. Seit 2004 freie Schriftstellerin. Ihr erster Roman Erlkönig erschien im Frühjahr 2002, zahlreiche Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften (z.B.: manuskripte, Lichtungen, Kolik, Wespennest, volltext) und Anthologien folgten. Der Monolog Fleischgerichte wurde 2004 im Schauspielhaus Graz uraufgeführt. Der Roman Talschuss erschien im Frühjahr 2005 bei Zsolnay und war monatelang auf der ORF-Bestenliste. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen, etwa: Teilnahme an den Tagen der deutschsprachigen Literatur 2003, Reinhard-Priessnitz-Preis 2003, Otto-Stoessl-Preis 2004, George-Saiko-Stipendium 2006, Stipendium der LiterarMechana 2005/2006, Österreichisches  Staatsstipendium für Literatur 2006/2007. Der Roman Kollateralschaden erschien im August 2008 und wurde für den Deutschen Buchpreis 2008 nominiert. Ihr neuer Roman Die Königin ist tot erscheint im Herbst 2012 bei Zsolnay. Ein Auszug daraus wurde für den Alfred-Döblin-Preis 2011 nominiert. bei facebook: http://www.facebook.com/olgaflor.literatur/info
website: http://www.olgaflor.at/b%C3%BCcher/b%C3%BCcher

Lesetermine der Autorin hier: http://www.hanser-literaturverlage.de/termine.html?autor=21781

Leseprobe hier: http://www.olgaflor.at/sites/default/files/pdf/KoeniginKap1.pdf

podcast hier: 
http://www.literaturport.de/index.php?id=43&no_cache=1&clipid=797

Auszug der Autorin : Olga Flor - Vom unsanften Untergang des Postfeminismus
erschienen im: Falter, 03.03.2010
http://www.olgaflor.at/kurztexte/volltext/vom-unsanften-untergang-des-postfeminismus

Pressestimmen:

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 29.12.2012
Rezensentin Maja Beckers hat gut Schmunzeln bei dieser in der Chefetage eines großen Fernsehsenders angesiedelten "Macbeth"-Variante, die sich Shakespeares Vorlage "bis in kleine Details" verpflichtet zeigt. Dabei sind es nicht nur die Zitate und Allusionen, die die Rezensentin entzücken, sondern auch die literarische Form, die erst fragmentarisch (dabei aber erstaunlich effektiv und nachvollziehbar, entwarnt die Rezensentin), später dann geschlossener konzipiert ist. Auch Flors Sprache - "technisch" klipp und klar zwar, was der Schilderung von Emotionen indessen gute Dienste leistet, staunt die Rezensentin - stößt auf positive Resonanz, sowie schlussendlich der sozialkritische Gestus der Geschichte.




Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.12.2012
Als ein Buch über Rache, das die nötige Eiseskälte, auch im Stil, mitbringt, bezeichnet Julia Bähr den an Shakespeares "Macbeth" angelehnten Roman von Olga Flor. Ins Hypermoderne transferiert, Duncan ist ein Medienzar, seine Frau Lilly eine neuzeitliche Eiskönigin, gefällt Bähr der Stoff hier als drastisches Psychogramm aus der Gegenwart ohne sprachliche Schnörkel. Und es trägt sogar jemand menschliche Züge: die Gärtnerin.


Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.12.2012
Georg Renöckl sieht hinter Olga Flors Roman "Die Königin ist tot" Shakespeare als Blaupause durchschimmern. Die Autorin beschreibt darin eine dystopische Zukunft, in der eine "zielstrebige Europäerin", Lilly, sich bis in die Konzernspitze eines Medienimperiums schläft. Im bisherigen 'König', Duncan, erkennt Renöckl den schottischen König aus Macbeth wieder, dem, hier wie dort, ein gewaltsames Ende bereitet wird. Sowieso scheint es ziemlich gewalttätig zuzugehen in der postdemokratischen Zukunft: Kinder verkommen zu unwichtigen Absätzen in Eheverträgen, Freundschaft und Liebe wird bis zur Unkenntlichkeit formalisiert, Probleme werden meist am leichtesten gelöst, indem man ihre Verursacher verschwinden lässt, fasst Renöckl zusammen. Den Roman auf seine Shakespeare-Anleihen zu reduzieren, wäre jedoch ungerecht. Dafür findet der Rezensent Sprache und Konstruktion des Romans "zu raffiniert, die Hauptfigur zu faszinierend". Lilly deutet ihre eigene Vergangenheit laufend um, was nicht nur die Leser, sondern auch die Erzählerin verwirrt, erklärt Renöckl. Außerdem hat Flor ihrer Protagonistin eine eigenwillige Sprache auf den Leib geschneidert, die den Rezensenten wirklich beeindruckt hat. Der findet es beruhigend, dass in ihrer düsteren Zukunft wenigstens noch der Sex für Abwechslung sorgt.




Machtgier macht Menschen austauschbar - 
Olga Flors Roman „Die Königin ist tot“ ist ein Macbeth-Drama im 21. Jahrhundert 

Von Frank Riedel

Der größte Teil des Romans ist der inneren Auseinandersetzung mit dem Schicksal gewidmet. Sie ist für den Stellvertreter die „abgelegte Frau des Chefs samt Wissen, Wohnung und Aufstiegsoption“, wechselt aber selbst „mit Vorbedacht und Berechnung die Seiten“, schließlich hat sie „klare Absichten und ebensolche Aussichten“. Anzugskrieger und Funktionsträger, erkennt Lilly, sind austauschbar wie Ehefrauen. Es erinnert an Texte von Elfriede Jelinek, wenn die Sprache den Inhalt über weite Strecken dominiert, die Figuren ihre Individualität zugunsten ihrer Funktion verlieren. Personenbeschreibungen fallen entsprechend radikal und nüchtern aus: Sie nennt ihren Mann beim Nachnamen, verheimlicht den eigenen gänzlich, andere Figuren tragen nur Vornamen oder Funktionsbezeichnungen. Die Literatur aus Österreich, so scheint es, dient häufiger der Provokation und stellt kunstvolle (oder Kunst-)Sprache vor die Lesbarkeit ihrer Texte. Olga Flors Roman bedarf einer intellektuellen Leseweise, der Lust am Spiel mit Sprache und bisweilen Geduld und Wohlwollen. Wem dies nicht liegt, der könnte das dem Werk vorangestellte Shakespeare-Zitat, in dem Macbeth eigentlich über das Leben seiner toten Frau resümiert, genüsslich falsch auf den Roman beziehen:
„It is a tale Told by an idiot, full of sound and fury. Signifying nothing.“
http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=17169&ausgabe=201210



"Eine Entdeckung: Eine großartige Parabel auf das geordnete und manipulierte, überaus leicht störbare und vollkommen überforderte Leben, das wir führen, auf unsere Ängste und Träume... Ein glänzendes Stück Literatur."
Martin Ebel, Tages-Anzeiger, 18.09.08

"intelligente und lesenswerte Literatur"
Falter, 15.10.08

"Bereits mit ihrem Debüt "Erlkönig" sowie mit dem klaustrophobischen Alpendrama "Talschluss" hatte sich Olga Flor als Virtuosin des Ensemble- und Familiendramas erwiesen. Bei ihr verbindet sich der emotionslos sezierende Blick der Naturwissenschaftlerin mit dem Talent zur dramaturgisch breit angelegten Groteske. Hinzu kommt eine typisch österreichische Unerbittlichkeit, die durchaus an Thomas Bernhard oder Elfriede Jelinek erinnert."
Katrin Hillgruber, Frankfurter Rundschau, 14.10.2008

"Olga Flor ist dabei, sich mit großem Können in die erste Reihe der österreichischen Literatur zu schreiben."
Paul Jandl, NZZ, 21.4.05

"Der Reiz des Rationalen, das flugs ins Irrationale entgleiten kann, kennzeichnet die unterkühlte Prosa Olga Flors."
Tagesspiegel, 03.04.05


"So sieht ... eine Literatur aus, die Sand ins postideologisch funktionierende Räderwerk des Kapitalismus streut."
Daniela Strigl, der Standard, 26.03.05

"... Olga Flors Kunst und Ruhm wird wachsen." FAZ, 19.04.04

"eine Entdeckung", Tagesspiegel, 21.05.01

weitere Literatur der Autorin bei Lillemors:


Flor, Olga
Talschluss
Roman
 
Cover: Talschluss
Die österreichische Schriftstellerin Olga Flor führt uns in ihren zweiten Roman in eine perfekt arrangierte Scheinidylle....  
Zsolnay
16,90 €
Flor, Olga
Eine Stunde am frühen Abend in und um einen Supermarkt. Lichter, Autos, Menschen. Eine Allegorie des Alltäglichen. Es ist...  
Zsolnay
17,90 €


Zitat der Autorin: 
Frausein kann so schön sein. Man muss sich nur vergegenwärtigen, dass es auch und gerade bei uns in Österreich immer noch Arbeits- und Sozialstrukturen gibt, die sich für viele Frauen als handfeste Benachteiligungen niederschlagen. Und benennen allein reicht nicht, man muss den Willen haben, etwas zu ändern. In der eigenen Wahrnehmung und der anderer, und das ist nur ein Anfang, will man die Spielregeln ändern, dann kommt: das Ändern der Spielregeln selbst. War da was? (aus: Vom unsanften Untergang des Postfeminismus) Olga Flor

 Nein, in Österreich wird nicht zurückgetreten, was auch immer sich als Grund anbieten würde. Von anderen Fehlleistungen als verbalen ganz zu schweigen: die sitzen wir locker aus. Locker aus der Hüfte. Je fetter unser Sitzfleisch, unser angesammeltes Leerstellenschwerpunktsgewicht, der Fettsteiß, desto lockerer sitzen wir aus. (aus: Leerstellenwerte) Olga Flor 

Keine Kommentare:

Kommentar posten