Ein schönes und vielschichtiges Geschenkbuch, (nicht nur) zum Muttertag.
Renée Rauchalles - "Mir träumte meine Mutter wieder"
Autorinnen und Autoren über ihre Mütter
konkursbuch, Verlag Claudia Gehrke,
ISBN 978-3-88769-700-6
19.90 EUR
hier bestellen (Ab 25€ ist der Versand kostenfrei)
"Kaum etwas ist so prägend für unser Leben wie die Beziehung zur Mutter", lautet Renée Rauchalles´ These. Das Sachbuch ist als Geschenkbuch auf Hochglanzpapier in violetter Schrift und mit vielen Bildern gestaltet.
Die Mütter sind die ersten Menschen, denen wir nahe sind. Unsere Beziehung zu ihnen beschäftigt uns unser Leben lang. Oft haben wir eine enge Bindung an sie, das Ringen um Liebe und Anerkennung der eigenen Persönlichkeit gestaltet das Verhältnis andererseits oft schwierig. Hin- und hergerissen zwischen Liebe, Ehrung und Ablösung machen sich Mütter und Kinder das Leben nicht leicht.
Für das Buch „Mir träumte meine Mutter wieder" hat Renée Rauchalles in liebevoll ausgewählten Gedichten und kurzen Prosatexten ein breites Spektrum von Werken zusammengetragen, in denen Mütter und das Verhältnis zu ihnen thematisiert werden.
Dazu suchte sie intensiv in Archiven und Nachlässen und fand viele interessante und teilweise bislang unveröffentlichte Bilddokumente und Briefe, die sie in biografische Texte einbaute.
Mit den zeitgenössischen Autoren hat sie ausführliche Gespräche geführt.
So gibt das Buch Einblicke in private Momente der Dichterinnen und Dichter mit ihren Müttern und in ganz unterschiedliche Strukturen des Verhältnisses zu Müttern, die über die Jahrhunderte hinweg immer wiederkehren.
Da ist beispielsweise die strenge fördernde Mutter von Annette von Droste-Hülshoff, die sich aufopfernde, liebend unterstützende Mutter von Erich Kästner, sowie die kontrollierende, ihr Kind nach eigenem Wunsch formende Mutter von Rainer Maria Rilke.
Das Buch ist wie ein „Familien-Foto-Album" aufgebaut, in dem sich von jeder Seite aus blättern und hineinlesen lässt. Es gibt thematische Blöcke, wie den der in der Nazizeit verfolgten Autoren und Autorinnen.
Ein Register, ausführliche bio-/bibliografische Angaben zu Autoren und Bildern runden das Ganze ab.
Ein schönes und vielschichtiges Geschenkbuch, (nicht nur) zum Muttertag.
2011 scheint das Thema in der Luft zu liegen. So schaffte es gerade auf die Bestseller-Liste das Buch „Die Mutter des Erfolgs" der chinesischen Autorin Amy Chua, deren Mutter ähnlich wie die strenge Mutter von Elfriede Jelinek aus dem Kind eine Musikerin machen wollte; in Vorbereitung ist ein neuer Roman von Martin Walser zum Thema, „Muttersohn", sowie die Filme „I Killed My Mother" und "Das Blaue vom Himmel" (ab Juni im Kino), in dem es um eine Mutter-Tochter-Beziehung geht (die Produktionsfirma unterstützte "Mir träumte meine Mutter wieder" ).
Das Buch liegt also "im Trend", und ist zugleich zeitlos. Denn das Thema ist immer aktuell.
Autorinnen und Autoren u.a.: Rose Ausländer, Erika Burkart, Paul Celan, Annette von Droste-Hülshoff, Gert Heidenreich, Else Lasker-Schüler, Christine Lavant, Friederike Mayröcker, Sylvia Plath, Rainer Maria Rilke, Nelly Sachs, SAID, Albert von Schirnding, Dieter Schlesak, Ilana Shmueli, Yoko Tawada, Mario Wirz.
Unter den 49 vorgestellten SchriftstellerInnen sind kanonische DichterInnen der vergangenen Jahrhunderte wie Else Lasker-Schüler, Johann Wolfgang von Goethe, Annette von Droste-Hülshoff und Rainer Maria Rilke.
Dazu reihen sich AutorInnen der Gegenwart wie Amir Shaheen oder Annette Weisberg.
In der Bildauswahl – von "Dürers Mutter" (1514) und dem Bildnis der Mutter von Vincent van Gogh (1888) bis zu Brigitta Rambecks "Madonna 2000" (ca. 1980) findet man eine bunte Mischung von Kunstwerken verschiedener Jahrhunderte.
Ein Verdienst der Herausgeberin ist es, dass sie 16 Beiträge, die bisher noch nie veröffentlicht wurden, erstmals abgedruckt hat, so zum Beispiel das Gedicht "Aufbruch" von Amir Shaheen, das den Ablösungsprozess von der Mutter beschreibt.
Mit vielen erstveröffentlichten Texten und Fotos u.a. von:
Rose Ausländer, Erika Burkart, Paul Celan, Annette von Droste-Hülshoff, Erich Fried, Gert Heidenreich, Else Lasker-Schüler, Christine Lavant, Friederike Mayröcker, Sylvia Plath, Rainer Maria Rilke, Nelly Sachs, SAID, Albert von Schirnding, Dieter Schlesak, Ilana Shmueli, Yoko Tawada, Mario Wirz.
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11 Mai 2012
Lesen macht klug und schoen 659 - Renée Rauchalles - "Mir träumte meine Mutter wieder"
08 Mai 2012
Lesen macht klug und schoen 656 - Spring ich durch den Feuerreifen
Hrsg. Christiana Engelmann, Cornelia Gyárfás -
Spring ich durch den Feuerreifen
Lyrik für Mädchen

Reclam Verlag
ISBN: 978-3-15-010862-8
EUR (D): 12,95
hier bestellen (Ab 25€ ist der Versand kostenfrei)
Spring ich durch den Feuerreifen
Lyrik für Mädchen

Reclam Verlag
ISBN: 978-3-15-010862-8
EUR (D): 12,95
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Wie gehen Lyrikerinnen mit der eigenen Entwicklung um - Rose Ausländer, Ingeborg Bachmann, Mascha Kaléko, Sarah Kirsch, Friederike Mayröcker und viele andere unbekanntere Autorinnen?
Alle wissen aus eigener Erfahrung, was Mädchen umtreibt:
Kaum eine möchte so weiterleben wie bisher (»Ausbrechen«),
alle kennen das »Glücklich unglücklich« der Pubertät, erinnern sich an die Zweifel, wenn er sich nicht traut -
oder es ihn gar nicht gibt (»Was nicht ist, kann auch nicht werden«),
haben das »Risiko Körper« erfahren,
das Unterwegssein oder »Heimatlosigkeit« erlebt und verstehen, was abweichen, ausscheren, gegen den Strom schwimmen bedeutet (»Ich bin die Kröte und trage den Edelstein«).
Alle wissen aus eigener Erfahrung, was Mädchen umtreibt:
Kaum eine möchte so weiterleben wie bisher (»Ausbrechen«),
alle kennen das »Glücklich unglücklich« der Pubertät, erinnern sich an die Zweifel, wenn er sich nicht traut -
oder es ihn gar nicht gibt (»Was nicht ist, kann auch nicht werden«),
haben das »Risiko Körper« erfahren,
das Unterwegssein oder »Heimatlosigkeit« erlebt und verstehen, was abweichen, ausscheren, gegen den Strom schwimmen bedeutet (»Ich bin die Kröte und trage den Edelstein«).
In ihren Gedichten verständigen sich die Lyrikerinnen über das Ich in der Welt, mal eindeutig, mal verschlüsselt oder phantasievoll tastend.
Und vielleicht können sie dabei Orientierung bieten, helfen, den eigenen Weg zu finden.
Und vielleicht können sie dabei Orientierung bieten, helfen, den eigenen Weg zu finden.
30 Juli 2011
Lesen macht klug und schoen 411 - Simone Frieling- Im Zimmer meines Lebens
Die schwierige, bisweilen aussichtslose Situation, in der Frauen steckten, die ihr Leben nicht nur der Kunst, sondern auch ihren Kindern verschrieben hatten, kann Simone Frielings Buch «Im Zimmer meines Lebens» bewegend schildern.
Simone Frieling - Im Zimmer meines Lebens
Biografische Essays über Sylvia Plath, Gertrude Stein, Virginia Woolf, Marina Zwetaiewa u.a.
Edition Ebersbach
ISBN 978-3-86915-027-7
EUR 15,80
bestellen hier
»Eine Frau braucht Geld und ein eigenes Zimmer, wenn sie Literatur schreiben soll«, hat Virginia Woolf gefordert. Doch wenn man mit Simone Frieling Schriftstellerinnen auf kalte Dachböden und in rußige Küchen folgt, in denen sie zwischen Essen und Abwasch, zwischen Windeln und Kindergeschrei geschrieben haben, stellt man erstaunt fest, dass hier Weltliteratur entstanden ist, dass hier Frauen geschrieben haben gegen alle Widrigkeiten der Welt: gegen Krankheit, Armut, Krieg, mit knurrendem Magen und Angst. Simone Frieling hat Romane, Briefe und Gedichte gelesen, in denen große Schriftstellerinnen nicht nur über die äußeren Umstände ihrer Arbeit, sondern auch über die Bedingungen ihrer Kreativität nachdachten, wie auch über ihre Konflikte zwischen Arbeit und Familie, Einsamkeit und Geselligkeit.
Die Umstände, unter denen Frauen schrieben, waren zum Glück nicht immer unerträglich/schwierig, wenn man an Gertrude Steins Salon mit den kostbaren Gemälden im Herzen von Paris denkt, an Virginia Woolfs Landhaus in Sussex oder an Elisabeth Langgässers Damenzimmer mit Blick auf den Grunewald in Berlin.
Ob in komfortablen Arbeitszimmern oder ungeheizten Hütten, ob privilegiert oder benachteiligt, immer haben die Frauen geschrieben mit der Gewissheit, schreiben zu müssen.
Simone Frieling - Im Zimmer meines Lebens
Biografische Essays über Sylvia Plath, Gertrude Stein, Virginia Woolf, Marina Zwetaiewa u.a.
ISBN 978-3-86915-027-7
EUR 15,80
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»Eine Frau braucht Geld und ein eigenes Zimmer, wenn sie Literatur schreiben soll«, hat Virginia Woolf gefordert. Doch wenn man mit Simone Frieling Schriftstellerinnen auf kalte Dachböden und in rußige Küchen folgt, in denen sie zwischen Essen und Abwasch, zwischen Windeln und Kindergeschrei geschrieben haben, stellt man erstaunt fest, dass hier Weltliteratur entstanden ist, dass hier Frauen geschrieben haben gegen alle Widrigkeiten der Welt: gegen Krankheit, Armut, Krieg, mit knurrendem Magen und Angst. Simone Frieling hat Romane, Briefe und Gedichte gelesen, in denen große Schriftstellerinnen nicht nur über die äußeren Umstände ihrer Arbeit, sondern auch über die Bedingungen ihrer Kreativität nachdachten, wie auch über ihre Konflikte zwischen Arbeit und Familie, Einsamkeit und Geselligkeit.
Die Umstände, unter denen Frauen schrieben, waren zum Glück nicht immer unerträglich/schwierig, wenn man an Gertrude Steins Salon mit den kostbaren Gemälden im Herzen von Paris denkt, an Virginia Woolfs Landhaus in Sussex oder an Elisabeth Langgässers Damenzimmer mit Blick auf den Grunewald in Berlin.
Ob in komfortablen Arbeitszimmern oder ungeheizten Hütten, ob privilegiert oder benachteiligt, immer haben die Frauen geschrieben mit der Gewissheit, schreiben zu müssen.
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