Posts mit dem Label Prosaschrift werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Prosaschrift werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

19 April 2012

Lesen macht klug und schoen 637 - Friederike Mayröcker - ich sitze nur GRAUSAM da - Von den Umarmungen

2 Neuerscheinungen  - Ein in jeder Hinsicht intimes Journal:

Friederike Mayröcker - ich sitze nur GRAUSAM da 

Prosaschrift 


Erschienen: 13.02.2012
Suhrkamp Verlag,
ISBN-10 3518422839
17,95 EUR
hier bestellen (Ab 25€ ist der Versand kostenfrei)

Friederike Mayröcker - Von den Umarmungen

Gedichte



Insel Bücherei 1352,
Gebunden, 47 Seiten
ISBN: 978-3-458-19352-4
10,95 € 
hier bestellen (Ab 25€ ist der Versand kostenfrei)

ich sitze nur GRAUSAM da 
die neue Prosaschrift Friederike Mayröckers, so streng gefügt in Form und Sprache wie üppig wuchernd in Tag- und Nachtträumen, ist ein weiterer Band im radikalen Alterswerk der großen Wiener Dichterin.
Es ist Sommer in diesem Buch, auch wenn sich die Natur oftmals nicht daran hält, die Blumen erst winzige Knospen tragen oder längst schon wieder verblüht sind. Es ist Sommer in diesem Buch, weil das Sommerlicht angeknipst ist: mal gleißend hell, mal gewitterwolkig verdüstert, ein magisches Licht zugleich, das Uhr und Kompaß außer Kraft, zeitlich und räumlich Getrenntes dafür mühelos in eins setzt – etwa wenn die Rußlandreisende in die rollenden Wellen der Newa und das dampfende Bassin des städtischen Freibads zugleich blickt. Die Poetik dieser Gleichzeitigkeit alles Ungleichzeitigen formuliert die Schreiberin selbst: »es sind nicht die Szenen die ich erinnere, es sind vielmehr die diese Szenen begleitenden Sensationen, sage ich zu Ely.«


von den Umarmungen -
Die Herzen zerschlissen, die Eisblumen verblüht, die armen Seelen vergraben im Schnee. Doch niemand muß ungetröstet bleiben. Wer sich den Umarmungen Friederike Mayröckers überläßt, erfährt von der Zärtlichkeit, die noch in den unscheinbarsten Dingen steckt: in der Wäscheklammer nicht weniger als im Huflattichblatt, im Sträußchen Tau genauso wie in den Sternen, die geheimnisvoll auf der linken Wange der Herzensfreundin funkeln. Dreißig Liebeserklärungen der großen Wiener Dichterin ans Leben; dreißig Liebeserklärungen an die letzte, die höchste Instanz – die Poesie.