Posts mit dem Label Der Konsum der Romantik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Der Konsum der Romantik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

21 Dezember 2011

Lesen macht klug und schoen 545 - Dorothea Razumovsky - Babuljas Glück

Dorothea Razumovsky - Babuljas Glück

Roman


Weissbooks, Frankfurt am Main 2011
ISBN-13 9783863370107
18,90 EUR 

hier bestellen (Ab 25€ ist der Versand kostenfrei)

Nach dem Erfolg von Letzte Liebe:
Das nächste Abenteuer der »listigen Mrs Eigensinn«.

»Alte Leute sind gefährlich«, sagt George Bernard Shaw, »sie haben keine Angst vor der Zukunft.« So wie jene Professorenwitwe, die ihr Altersheim verlässt, in ein Flugzeug steigt und schließlich im sibirischen Slawgorod landet. Und dies nur, weil sie wissen will, was Wowa dort treibt – der sechzehnjährige Deutschrusse, der sie bis vor kurzem fast täglich besucht hat und plötzlich nicht mehr da war. Sie will wissen, ob es ihm gut geht, ob er sie braucht – und natürlich vermisst sie ihren »geliebten Wowa«.

 
Wowa, der 16jährige Russlanddeutsche, der die alte Dame so oft besucht und sich um Cora, die Hündin, gekümmert hatte, ist und bleibt verschwunden. Verabschiedet hat er sich nicht und Maria, die Professorenwitwe ohne Kinder, entdeckt in sich ein ungewohntes Verantwortungsgefühl. Die neue Unabhängigkeit nach dem Tod ihres Mannes und das Wissen, dass niemand sie braucht oder vermisst – ihre Stieftochter hatte sie ja ins Altersheim abgeschoben, um an ihr Haus zu kommen, geben ihr den Mut, ebenfalls zu verschwinden. Flugs sitzt sie im Flugzeug nach Slawgorod, Sibirien. Die Reise überfordert fast ihre Kräfte, aber die Hilfsbereitschaft und Herzlichkeit, der sie begegnet, entschädigt sie für vieles. Nicht immer ist sich Maria sicher, ob diese Freundlichkeit wirklich so selbstlos ist, aber vieles muss Maria hier auch erst lernen. So z.B., dass Wowas Geschichten von den roten Kühen stimmten, dass Gemeinschaftseigentum an einer Sache dieser keineswegs immer förderlich ist, dass auch alte Frauen noch eifersüchtig werden können auf junge Mädchen, dass Tauschgeschäfte normaler sein können als etwas zu bezahlen und dass mit der Staatsmacht nicht zu spaßen ist. Maria findet Wowa, der ihre Hilfe auch dringend braucht. Heim zu seiner geliebten Großmutter hatte er gewollt, doch die ist zwischenzeitlich verstorben, ihr Haus verschlossen. Die freundliche Nachbarin sucht in Großmutters Haus etwas, Maria backt seltsam wirkende Kekse mit einem erstaunlichen Gewürz, übersetzt Kochrezepte und versucht für Wowa eine Zukunft zu finden. Das alles braucht Zeit, die alte Dame überschreitet ihre Aufenthaltsdauer und wird letztendlich ausgewiesen. Eigentlich wollte sie noch so viel tun, aber ihre Freunde, neue und alte, werden schon klarkommen mit ihrem Leben. Maria muss das auch. Ihr ungeliebtes Altersheim, aber auch eine Überraschung warten auf sie.

26 Oktober 2011

Lesen macht klug und schoen 497 - Eva Illouz - Warum Liebe weh tut

»Über Liebe wird man nicht mehr diskutieren können, ohne sich auf dieses Buch zu beziehen.«

Eva Illouz - Warum Liebe weh tut

Eine soziologische Erklärung

Cover: Warum Liebe weh tut

ISBN-13 9783518585672
24,90 EUR 

Warum tut Liebe weh, jedenfalls gelegentlich? Was fasziniert uns noch heute an Figuren wie Emma Bovary oder Heathcliff und Catherine, den unglücklich Liebenden aus Emily Brontës Sturmhöhe
Und vor allem: Was unterscheidet uns von ihnen? Gibt es einen Unterschied zwischen dem Liebeskummer zu Zeiten Jane Austens und der Art und Weise, wie wir ihn heute erfahren und damit umgehen?

»Ja«, sagt Eva Illouz, die Meisterin der soziologischen Analyse der Gefühlswelt moderner Menschen, und widmet sich in ihrem neuen Buch der Schattenseite der Liebe. 

Sie zeigt, inwiefern der Liebesschmerz wesentlich von den gesellschaftlichen Bedingungen der jeweiligen Zeit geprägt wird und keineswegs ein rein individuelles Problem ist, wie uns etwa Beziehungsratgeber weismachen wollen. Das Leiden an der Liebe ist ein soziologisches Phänomen, das Illouz untersucht wie einst Marx die Ware im Kapitalismus: in Begriffen des Tauschs zwischen ungleichen Marktteilnehmern. 
In sechs Kapiteln entfaltet sie die Ursachen zeitgenössischen Liebesleidens sowie die Spezifika des heutigen Umgangs mit Beziehungskrisen. Die digitalen Heiratsmärkte spielen dabei ebenso eine Rolle wie die neuen Mechanismen der Partnerwahl und der strategische Umgang mit der romantischen Vorstellungskraft.
Nach den großen Erfolgen von Der Konsum der Romantik, Gefühle in Zeiten des Kapitalismus und Die Errettung der modernen Seele schreibt Eva Illouz ihre faszinierende Soziologie des modernen Menschen fort, die immer auch kritische Bestandsaufnahme der Zeit ist, in der wir leben.