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05 April 2012

Lesen macht klug und schoen 623 - Herbstgefühle - ein Film von Jon Garaño und José María Goenaga

Besser spät als nie! Bester Spielfilm (Mix Milano Film Festival) Zuschauerpreis (Festival Homochrom)

Herbstgefühle
ein Film von Jon Garaño und José María Goenaga



Jon Garaño, Herbstgefühle

DVD, FSK 12, Bonus: Kurzfilme HOY MAYA (12 Minuten) und IM FLUSS (5 Minuten) von Claudia Lorenz, Kinotrailer
105 Minuten
spanische OF / deutsche UT

€19,90 
hier bestellen (Ab 25€ ist der Versand kostenfrei) 


Zwei Frauen über 70 Jahren - können sie nochmal den Neuanfang wagen? Besser spät als nie!
Ein Unfall mit Folgen: Die ehemaligen Schulfreundinnen Axún und Maite treffen sich nach über 50 Jahren in einem Krankenhaus in San Sebastián wieder. Axun ist verheiratet und wohnt auf dem Land. Maite ist Klavierlehrerin, unabhängig, selbstbewusst und lebt offen lesbisch. 
Das Besondere, das die beiden früher verbunden hat, scheint ungebrochen wieder aufzuleben und durch die Begegnungen mit Maite kann Axun für Momente ihrem engen Alltag entfliehen. 
Doch wie weit können zwei Damen über 70 gehen, wenn sie merken, dass ihr Leben noch einen Höhepunkt für sie bereithält? 
Belässt man es beim Aufwärmen schöner Erinnerungen oder springt man noch einmal ins kalte Wasser eines Neuanfangs? Nach einem Tanz im Krankenzimmer ist klar: Besser spät als nie!
Axun und Maite sind zwei Damen um die 70, die das Schicksal wieder zusammen führt, nachdem sie vor 50 Jahren einmal beste Schulfreundinnen waren. Die eine ist Hausfrau und führt eine ausgelaugte Ehe, die andere ist Pianistin und lebt offen lesbisch. Nun, da sie sich wiedersehenund ihre Freundschaft neues Feuer fängt, müssen sie ihre Lebensentwürfe überdenken und Gefühle zulassen, die schon fast ein Leben lang darauf brennen.
 




„Eine wunderschöne ‚Golden-Girls’-Geschichte, liebevoll erzählt!“ (Rosige Zeiten)
„Eine universelle Geschichte – ein Stück Normalität!“ (Sissy)





Der Film spielt in San Sebastián, im spanischen Baskenland. Axun (Itziar Aizpuru) und ihr Mann Juan Mari (José Ramón Argoitia) sind ein altes Ehepaar und leben auf dem Land. Ihre Tochter Josune (Ane Gabarain) ist nach Kalifornien ausgewandert. Axun erhält die Nachricht, dass der ehemalige Freund ihrer Tochter einen Autounfall hatte und im Krankenhaus im Koma liegt. Da er sonst keine Angehörigen hat, beschließt Axun, ihn zu besuchen.

Im Krankenzimmer trifft Axun auf eine andere Frau in ihrem Alter, die sich um den Mann im Nachbarbett kümmert. Die Frau stellt sich als Maite (Mariasun Pagoaga) vor, eine frühere Schulfreundin von Axun. Ihr Bruder liegt ebenfalls im Koma. Die beiden Frauen haben sich seit fünfzig Jahren nicht mehr gesehen und freuen sich über das überraschende Wiedersehen. Von nun an fährt Axun regelmäßig ins Krankenhaus, hauptsächlich um Maite zu treffen. Ihr Mann versteht die vielen Besuche dort nicht und grummelt vor sich hin.

Die Freundschaft zwischen Axun und Maite blüht wieder auf, doch Axun reagiert verstört, als sie erfährt, dass Maite lesbisch ist. In früheren Jahren kam es einmal zu einem Kuss zwischen den beiden, der sich nun wiederholt, aber Axun kann sich alles was darüber hinausgeht nicht vorstellen. Sie trifft sich jedoch weiterhin mit Maite und belügt sogar ihren Mann, der langsam misstrauisch wird. Juan Mari ist vollkommen von seiner Frau abhängig, er kann sich nicht einmal eine Mahlzeit zubereiten, wenn sie nicht da ist.

Als er zu ihr "Ich brauche Dich" sagt, bricht Axun den Kontakt zu Maite ab, auch wenn sich beide inzwischen sehr nahe gekommen sind. Die Liebe, die Maite ihr gegenüber empfindet, kommt letztendlich nicht gegen die jahrelange Ehe mit Juan Mari an. Viel später werden sich beide Frauen zufällig wieder treffen. Juan Mari ist inzwischen verstorben und beide verabreden sich ganz unverbindlich, irgendwann gemeinsam einen Kaffee zu trinken. = Andrea, private Filmkritiken

 

Ein zutiefst berührender Film, der endlich mal zeigt, dass auch Lesben jenseits der 60 Jahre noch leben und lieben. Zudem bietet er mit San Sebastián und dem Baskenland eine ungewohnte Kulisse für eine lesbische Liebesgeschichten.
Absolut sehenswertes Kino! = L-Mag



Originaltitel: 80 egunean
DarstellerInnen: Itziar Aizpuru; Mariasun Pagoaga; ;
Regie: Jon Garano; José María Goenaga
Drehbuch: Jon Garano; José María Goenaga
Länge: 104 Min. (1 Std. 44 Min.)
Genre: Drama




29 September 2011

Lesen macht klug und schoen 471 - Judith Schalansky - Der Hals der Giraffe

Nominierung für den Deutschen Buchpreis 2011:  

»Judith Schalansky hat einen originellen, eigensinnigen und hellwachen Roman geschrieben, mit dem sie sich an die Spitze der literarischen Evolution setzt.«

Judith Schalansky - Der Hals der Giraffe

Bildungsroman 

Der Hals der Giraffe
Suhrkamp Verlag, Berlin 2011
ISBN 9783518421772
21,90 EUR
Hier bestellen


Anpassung ist alles, weiß Inge Lohmark. Schließlich unterrichtet sie seit mehr als dreißig Jahren Biologie. Daß ihre Schule in vier Jahren geschlossen werden soll, ist nicht zu ändern – in der schrumpfenden Kreisstadt im vorpommerschen Hinterland fehlt es an Kindern. Lohmarks Mann, der zu DDR-Zeiten Kühe besamt hat, züchtet nun Strauße, ihre Tochter Claudia ist vor Jahren in die USA gegangen und hat nicht vor, Kinder in die Welt zu setzen. Alle verweigern sich dem Lauf der Natur, den Inge Lohmark tagtäglich im Unterricht beschwört. Als sie Gefühle für eine Schülerin der 9. Klasse entwickelt, die über die übliche Haßliebe für die Jugend hinausgehen, gerät ihr biologistisches Weltbild ins Wanken. Mit immer absonderlicheren Einfällen versucht sie zu retten, was nicht mehr zu retten ist.

Nach dem gefeierten Atlas der abgelegenen Inseln schreibt Judith Schalansky einen Roman. Darin kämpft eine Biologielehrerin für die Einhaltung der Naturgesetze, verrenkt sich den Hals nach unerreichbaren Früchten und fällt am Ende vom Glauben an Gott Darwin ab. Schauplatz der Geschichte ist eine der irrwitzigsten Anstalten dieser Welt: die Schule.