24 Januar 2015

Ausstellung bei Lillemors ALEXA FINK INNEHALTEN

Ab 12.Januar 2015 bis Samstag, den 15. März 2015 zeigen wir 
ALEXA FINK  - INNEHALTEN - Mischtechnik auf Papier



in unserer Lillemors Frauenbuchladen & Galerie
in der Barerstr. 70, 80799 München bis 15.03.2015


ALEXA FINK:
"Meine Bilder entstehen aus der Freude am schöpferischen Tun.







Meine Hände und ich formen Farben und Linien zu etwas, was vielleicht mehr ist als der Anfang. Ich interessiere mich für die Darstellung des Menschen, für die männlichen und weiblichen Seiten im Menschen, für die verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten von „Lebendig – Sein“.
Aus diesem Interesse heraus entstehen Figuren, Figurenpaare, Köpfe und Objektartiges.
Meine Bilder sind Mischtechnik mit Pigmenten, Sand, Kohle, Leim auf Papier gemalt."

Vita
1964 in Passau geboren
1993 – 1997 Studium der Kunst und Kunsttherapie an der FH Ottersberg (bei Bremen), seitdem als Malerin und Kunsterzieherin tätig
Lebt und arbeitet seit 2013 wieder in München

19 Januar 2015

Lesen macht klug und schoen 1157 - Erni Kutter - Heilige Weibsbilder

Erni Kutter, Sozialpädagogin, freiberufliche Autorin, Seminarleiterin seit 25 Jahren bietet Reisen auf den Spuren heiliger Frauen in den Kirchen Südtirols an.

Erni Kutter - Heilige Weibsbilder
Gelehrt, eigenwillig, streitbar. 
Fotos von Ida Prinoth

Verlag: Edition Raetia
Broschur
16,5 x 23,5 | 208 Seiten
ISBN: 978-88-7283-498-5
Preis: 24,90 €
hier bestellen (Ab 25€ ist der Versand kostenfrei)


Die drei Bethen mit den goldenen Kugeln, die heilige Margarethe mit dem Drachen und die heilige Katharina mit dem Rad: 
Ursula, Katharina, Margarethe, Barbara, Gertrud, Anna, Notburga und Maria Magdalena. Wir alle kennen sie, es sind beliebte aber teilweise fast vergessene Heiliginnen, die seit vielen Jahrhunderten in ganz Europa verehrt werden. Sie sind in Südtirol in kleinen Dorfkapellen ebenso wie in großen Pfarrkirchen abgebildet.

Die Autorin Erni Kutter führt uns durch diese Galerien weiblicher Religions- und Kulturgeschichte. Im Zentrum stehen Darstellungen und Symbole, mythologische Hintergründe, Kulttraditionen und die Wirkungsmacht von „Weibs-Bildern“, die Frauen auch heute noch inspirieren können, selbst-bewusst ihren eigenen Weg zu gehen. Meist finden sich Fresken und Skulpturen dieser im gesamten Alpenraum verehrten heiligen Frauen nicht in den Hauptkirchen, sondern in kleinen Dorfkapellen.

Die Fotos von Ida Prinoth (Kunsterzieherin udn Fotografin) regen an, die heiligen Frauen in den Kirchen Südtirols wieder zu entdecken und machen das Buch zu einer Begleiterin durch die Sakralkunst des späten Mittelalters.

•      Welche Zeichen stehen für weibliche Macht, Erotik, Weisheit?

•      Welche Rolle spielten mythische Frauen in der Volksfrömmigkeit der Alpen?

•      Was können uns die heiligen Weibs-Bilder heute sagen?


Erni Kutter, geb. 1947, Dipl.-Sozialpädagogin, war von 1981 bis 2006 Leiterin der Fachstelle für Alleinerziehende und Frauenarbeit im Evang. Dekanatsbezirk München. Heute freiberuflich in den Bereichen Erwachsenen- und Frauenbildung tätig. Seit 20 Jahren beschäftigt sie sich mit den Bereichen Frauengeschichte, Kulturanthropologie, Mythologie und spirituellen Frauentraditionen unseres Kulturkreises. Langjährige Praxiserfahrung in Krisenberatung, Bildungsarbeit sowie Tanz- und Ritualgruppen. Sie lebt in Freising und arbeitet freiberuflich als Autorin, Seminarleiterin und Referentin. Seit 25 Jahren bietet sie Frauenreisen auf den Spuren heiliger Frauen in den Kirchen Südtirols an.


12 Januar 2015

Lesen macht klug und schoen 1156 - Vanessa F. Fogel - Hertzmann´s Coffee

Eine große Familien- und Unternehmensgeschichte, eine Geschichte aus New York, Berlin und Caracas, eine Liebesgeschichte.
Vanessa F. Fogel - Hertzmann´s Coffee
Roman


Aus dem Amerikanischen von Eva Bonné, unter Mitarbeit von Vanessa F. Fogel
Hardcover mit Schutzumschlag
311 Seiten,
978-3-86337-043-7
22,90 €
hier bestellen (Ab 25€ ist der Versand kostenfrei)

 Ein altes jüdisches Ehepaar in New York: Hertzmann hat mit Kaffee gehandelt und ein Imperium aufgebaut, sein Dorale ist mit ihm lebenslang durch alle Höhen und Tiefen gegangen. Jetzt ist es an der Zeit, die Firma an die Kinder zu übergeben. Doch es kommt zum Eklat, zum Streit um das Erbe. 
Plötzlich tun sich Brüche und Abgründe in der Familie auf. Über die Vergangenheit wurde nie gesprochen; »happy families don’t have a history« – das ist Doras und Yankeles Credo, daran haben sie sich zeit ihres langen Lebens gehalten, so hat es auch immer gut funktioniert, dieses Leben. 
Doch der Bruch mit den Kindern setzt etwas frei in Hertzmann. Er hat von youtube gehört. Von persönlichen Filmen im Internet. Er fasst einen Entschluss. Nachts setzt er sich, allein in seinem Studio, vor eine Videokamera – und erzählt. 
Hertzmann’s Coffee ist eine große Familien- und Unternehmensgeschichte, eine Geschichte aus New York, Berlin und Caracas, eine Liebesgeschichte. 
Archaisch, bewegend, bildreich und voller Humor.

Vanessa F. Fogel, 1981 als Tochter einer Architektenfamilie in Frankfurt am Main geboren, wuchs in Deutschland, Israel und den USA auf und fühlt sich in allen drei Kulturen zugleich zu Hause. 
Sie studierte Komparatistik an der Cornell University in New York und Englisch mit einem Fokus auf Kreatives Schreiben an der Bar-Ilan Universität in Tel Aviv. 
Vanessa F. Fogel hat für Kunstgalerien, als Chefredakteurin des Graphis-Magazins und für einen international anerkannten Video-Künstler gearbeitet. 
Seit 2009 verbringt die Schriftstellerin viel Zeit in Tel Aviv. 

05 Januar 2015

Lesen macht klug und schoen 1155 - Juli Zeh - Nachts sind das Tiere

»›Ich habe nichts zu verbergen‹ ist ein Synonym für ›Ich tue, was man von mir verlangt‹ und damit eine Bankrotterklärung an die Idee des selbstbestimmten Individuums.«


Juli Zeh - Nachts sind das Tiere
Essays

Juli Zeh: Nachts sind das Tiere

Schöffling und Co. Verlag, Frankfurt am Main 2014
ISBN 9783895614408
Gebunden, 360 Seiten,
22,95 EUR
hier bestellen (Ab 25€ ist der Versand kostenfrei)

Die NSA-Affäre hat viele Internet-Nutzer verunsichert und verwirrt. Wir, die Politikverdrossenen, die "Einfach-so-Egozentriker", die Selbstquantifizierer, melden uns hektisch von Facebook und Co. ab. 
Juli Zeh, die einen weltweiten Schriftstellerprotest gegen die Überwachung initiiert hat, sieht das nicht ein. Engagiert verteidigt sie die Freiheit des Wortes und ermutigt uns, sie ebenfalls einzufordern. 
Sie hinterfragt, warum wir uns ein vorgefertigtes Schema von "Glück" überstülpen lassen, das "gesamtgesellschaftliche Zirkeltraining" klaglos mitmachen und uns so zu einer einheitlichen Masse entwickeln, die ihre Mündigkeit verspielt.

Juli Zeh wurde in Bonn geboren und studierte Jura in Passau und Leipzig, wo sie 1998 ihr Erstes Staatsexamen ablegte. Ebenfalls in Leipzig studierte sie von 1996 bis 2000 am Deutschen Literaturinstitut (DLL), an das sie später als Dozentin zurückgekehrte. Nach ihrem Diplom am DLL folgte 2003 das Zweite Staatsexamen, 2010 wurde sie an der Universität Saarbrücken zum Dr. jur. promoviert. 
In ihrer Dissertation DAS ÜBERGANGSRECHT beschäftigt sie sich mit der Rechtsetzungstätigkeit von Übergangsverwaltungen am Beispiel von UNMIK im Kosovo und dem OHR in Bosnien-Herzegowina. 
Zahlreiche Auslandsaufenthalte u.a. für die UN in New York und Krakau und vor allem in Sarajevo, Bosnien und Herzegowina haben ihre Arbeiten geprägt. Juli Zeh wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Deutschen Bücherpreis, dem Rauriser Literaturpreis, dem Hölderlin-Förderpreis, dem Ernst-Toller-Preis und dem Solothurner Literaturpreis. 
Am 8. Dezember 2013 wurde ihr in München der Thomas Mann Preis 2013 der Hansestadt Lübeck und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste verliehen, 2014 erhält sie den Hoffmann-von-Fallersleben-Preis für zeitkritische Literatur. 
Ihr erster Roman ADLER UND ENGEL erschien 2001. 
Ihr Roman SPIELTRIEB wurde 2006 am Hamburger Schauspielhaus für die Bühne dramatisiert.
 ALLES AUF DEM RASEN versammelt ihre Essays zu Gesellschaft, Politik, Recht und Literatur, die in großen deutschen Zeitungen und Magazinen erschienen sind. 2007 erschien ihr Roman SCHILF, 2009 CORPUS DELICTI. 
Zusammen mit Ilija Trojanow schrieb sie ANGRIFF AUF DIE FREIHEIT (Hanser Verlag, 2009), 2012 erschien der Roman NULLZEIT. 
Im Sommersemester 2013 hielt sie unter dem Titel TREIDELN die Poetikvorlesung an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. GOOD MORNING, BOYS AND GIRLS, ebenfalls 2013 erschienen, versammelt ihre Theaterstücke. Insgesamt wurde ihr Werk bisher in 35 Sprachen übersetzt. 
2013 war Juli Zeh Mitinitiatorin des internationalen Autorenaufrufs »Writers Against Mass Surveillance« gegen die umfangreichen Ausspähungen durch die Geheimdienste.
http://www.julizeh.de/

31 Dezember 2014

Lesen macht klug und schoen 1154 - Lisa Kränzler - Lichtfang

»Wer gegen Zeit und Licht ziehen will, braucht mehr als eine Waffe.«
Lisa Kränzlers Roman Lichtfang erzählt eine Geschichte übers Erwachsenwerden, bildreich und präzise, mutig und radikal. Eine Geschichte über eine sensible, begabte, aber versehrte junge Frau. Und ihren Freund, der sie nicht schützen kann.

Lisa Kränzler - Lichtfang
Roman

Lichtfang

Suhrkamp Verlag, Berlin 2014
ISBN 9783518424452
Gebunden, 175 Seiten, 
16,95 EUR
hier bestellen (Ab 25€ ist der Versand kostenfrei)


Wenn der Ball im Korb landet, liebt sie mich, denkt Rufus, nimmt Maß, wirft und trifft. Das Orakel behält recht, Lilith und er werden ein Paar. Die beiden sind neunzehn, das Abitur steht bevor eine Zeit des Übergangs, turbulent, beängstigend und schmerzlich intensiv. Rufus blickt mit Zuversicht und Trotz nach vorn, setzt der Unsicherheit Zahlen und Fakten entgegen. Durchkommen will er und gute Noten, um später Astrophysik zu studieren, denn er ist überzeugt: Auf die Wissenschaft ist Verlass. Lilith hingegen will keine Zukunft und keinen Abschluss, sie will malen, die Zeit anhalten, das Licht beherrschen, den Schatten und die Farben. Doch Lack und Leinwand taugen nicht als Waffen, und ihr irrationaler Wunsch gebiert Ungeheuer.


Lisa Kränzler wurde 1983 in Ravensburg geboren und studierte Malerei und Grafik an der Kunstakademie Karlsruhe. 2012 gewann sie beim Bachmann-Wettbewerb den 3sat-Preis für einen Auszug aus Nachhinein. Der Roman stand auch auf der Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse 2013 und wurde mit dem Märkischen Stipendium 2014 ausgezeichnet. Lichtfang ist ihr erster Roman im Suhrkamp Verlag.

27 Dezember 2014

Lillemors Öffnungszeiten zwischen den Feiertagen

Lillemors wünscht allen schoene Weihnachtstage und ein glückliches Neues Jahr 2015

Unsere Öffnungszeiten zwischen den Feiertagen:


Mittwoch, den 24.12.2014 bis 13.00 geöffnet
Samstag, den 27.12.2014 ist geschlossen
Montag, 29. und Dienstag, den 30.12.2014 ist geöffnet
Mittwoch, den 31.12.2014 bis Dienstag, den 6.1.2015 ist geschlossen


"Es ist die gesegnete Zeit des Jahres in der die Geburt eines Kindes von 2 Vätern und einer Leihmutter gefeiert wird"


Lillemors Frauenbuchladen GmbH 
Barerstr. 70
80799 München
Unsere Öffnungszeiten:
Mo.-Fr. 10.00 - 19.00 Uhr
Sa. 10.00 - 14.00 Uhr
Tel 089 - 272 12 05
Fax 089 - 272 09 98
E-Mail: lillemors@frauenliteratur.de

26 Dezember 2014

Lesen macht klug und schoen 1153 - Luisa Muraro - Stärke und Gewalt

Die Geschichte der Frauen ist voller Rebellionen, mehr oder weniger bekannten, aber dies war das erste Mal, dass Frauen, die für eine Änderung ihrer Lebensverhältnisse kämpften, sich von den revoltierenden Männern, ihren Brüdern und Gefährten, trennten. 
Luisa Muraro - Stärke und Gewalt

Stärke und Gewalt

Christel Göttert Verlag
ISBN: 978-3-939623-48-9
2014 - 82 S., 15 x 15 cm
7,50 €
hier bestellen (Ab 25€ ist der Versand kostenfrei)

Eine Analyse über den Gebrauch von Gewalt in einer Gesellschaft, in der vieles auf die Rückkehr des Gesetzes des Stärkeren hindeutet. Ein Nachdenken über die freie Verfügbarkeit der gesamten eigenen Stärke.
Die italienische Philosophin regt eine Debatte an über Gerechtigkeit, Macht, Stärke und Gewalt. Eine Debatte über den Gebrauch der eigenen Kraft bis hin zur Grenze von Gewalt, die von Frauen angeführt werden sollte – denn sie kennen Gewalt auch in Zeiten des Friedens aus nächster Nähe.

(Übersetzung unter Mitarbeit von Traudel Sattler)

Luisa Muraro studierte Philosophie an der Katholischen Universität Mailand, arbeitete in den 68ern als Lehrerin, lehrte und forschte an der philosophischen Fakultät der Universität Verona. Zusammen mit anderen Frauen rief sie 1975 die Libreria delle donne di Milano, 1984 die Philosophinnengemeinschaft Diotima ins Leben; Mitherausgeberin der Zeitschrift Via Dogana.

22 Dezember 2014

Lesen macht klug und schoen 1152 - Güner Yasemin Balci - Aliyahs Flucht oder Die gefährliche Reise in ein neues Leben

Die bewegende Geschichte eines muslimischen Mädchens in Deutschland:
»Es gibt so viele Frauen, die wie ich keine Freiheiten haben. Das muss sich ändern!«
Aliyah

Güner Yasemin Balci - Aliyahs Flucht
oder Die gefährliche Reise in ein neues Leben

Aliyahs Flucht


S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2014
ISBN 9783100048165
Gebunden, 256 Seiten, 14,99 EUR
hier bestellen (Ab 25€ ist der Versand kostenfrei)


Aliyah ist 23 und seit Jahren auf der Flucht. Unter falschem Namen versteckt sie sich in fremden Städten vor ihrer kurdischen Familie. Sie wollte das Doppelleben, die Heimlichtuerei um die verbotene Liebe zu ihrem Freund nicht mehr hinnehmen. Sie ist bereit, für ihre Freiheit und Selbstbestimmung zu kämpfen und hat akribisch den Ausbruch in ein neues Leben vorbereitet. Doch ihr neues Leben ist gefährdet und trotz ihres Mutes ist Aliyahs Zukunft nun ungewiss – vielleicht für immer.
Aliyah ist eine von vielen jungen muslimischen Frauen in Deutschland, denen die engagierte Journalistin Güner Yasemin Balci eindrucksvoll eine Stimme gibt. Eine bewegende Reportage über den Preis der Freiheit und ein leidenschaftliches Plädoyer für das Recht auf Selbstbestimmung.


Güner Yasemin Balci ist 1975 in Berlin-Neukölln geboren und aufgewachsen. Sie hat Erziehungs- und Literaturwissenschaft studiert und u.a. in einem Mädchentreff in Neukölln mit Jugendlichen aus türkischen und arabischen Familien gearbeitet. Sie war ZDF-Redakteurin und arbeitet heute als freie Autorin und Fernsehjournalistin. Ihre Bücher ›ArabQueen oder der Geschmack der Freiheit‹ und ›Arabboy. Eine Jugend in Deutschland oder Das kurze Leben des Rashid A.‹ waren auch im Theater sehr erfolgreich.

20 Dezember 2014

Lillemors Frauenbuchladen bei Wikipedia

Lillemors Frauenbuchladen bei WikipediaDie Lillemors Frauenbuchladen GmbH ist der erste Frauenbuchladen Deutschlands und besteht seit 1975.



Historischer Zusammenhang

Die Unternehmensgründung steht im Zusammenhang mit der Frauenbewegung der 1970er Jahre und verfolgte das Ziel, weibliche Lebenswirklichkeit sichtbar zu machen. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Frauenprojekte wie etwa die Zeitschriften Courage und Emma, mit Frauenoffensive auch ein eigenständiger Verlag.

Frauenbuchladen „Lillemor’s“ in München, Barer Straße 70



Anfänge in der Arcisstraße ab 1975

Am 3. November 1975 wurde Lillemors Frauenbuchladen in der Arcisstraße in München-Schwabing von sechs engagiertenFeministinnen gegründet: Susanne Aeckerle, Ute Geissler, Sabine Holm, Gerlinde Kowitzke, Mara Kraus und Monika Neuser. Die Buchhandlung verstand sich von Anfang an nicht nur als Verkaufsstelle von feministischer Literatur, sondern auch als Kommunikationszentrum für Frauen, die sich über Frauenkultur, die Frauenbewegung und Frauenpolitik austauschen wollten. Lillemors übernahm den Verkauf des Bestsellers Häutungen von Verena Stefan aus dem Verlag Frauenoffensive. Dieser war anfangs in anderen Buchhandlungen nicht erhältlich.

Um ihrem Anspruch als Kommunikationsort gerecht zu werden, veranstaltete die Buchhandlung häufig Lesungen und Diskussionen, unter anderem mit Verena Stefan, Karin Struck und Angelika Mechtel.Die Räume waren ausschließlich Frauen zugänglich.

Namensgebung:
Bei der Eintragung ins Handelsregister wurde der von den Gründerinnen gewählte Firmenname „Frauenbuchladen“ von den Behörden nicht akzeptiert. „Es wurde ihnen gesagt, so etwas Merkwürdiges wie einen ‚Frauenbuchladen‘ gäbe es nicht, da müsste auf jeden Fall ‚ein g’scheiter Name her‘.“[4] Die recht spontane Entscheidung für den Zusatz „Lillemors“ (schwedisch für „kleine Mutter, Mütterlein“) erfolgte aus dieser Notwendigkeit heraus.

Wirtschaftliche Aspekte

Seit der Gründung stellt Lillemors Frauenbuchladen die finanzielle Basis für die dort tätigen Frauen dar und strebt ein alternatives Arbeitsmodell an, das ohne klassischeArbeitsteilung und Hierarchien auskommen sollte. Die derzeitigen Geschäftsführerinnen Andrea Gollbach und Uschi Neubauer arbeiteten von 1979 bzw. 1982 bis 1996 im Team mit anderen Frauen und sind seither gemeinsam für Buchladen und Galerie verantwortlich.

Galerie





Die Buchhandlung ist zugleich Galerie und präsentierte über die Jahre eine Vielzahl von Ausstellungen aus den Bereichen Malerei, Fotografie und Skulptur, unter anderem vonUlrike Rosenbach, Inea Gukema und Cosy Piero. Ziel ist es, Frauen eine Möglichkeit zu geben, „ihre Werke in etwas privaterem Rahmen zu präsentieren, gerade wenn sich die Künstlerinnen noch nicht ganz in ‚offizielle‘ Räume trauen“.[5] Die Kombination von Buchhandlung und Galerie schafft die „Verbindung von Wort- und Bildkunst, Lesen und Betrachten“.[6]

Politische Auseinandersetzungen um eine Preisverleihung 1987/88:
Eine Jury aus Stadträtinnen, Journalistinnen und Frauen aus dem Bildungs- und Kulturbereich wählte Lillemors für den Förderpreis für Frauenforschung und Frauenkultur der Landeshauptstadt München aus. Der Stadtrat Peter Kripp argumentierte dagegen, dass der Frauenbuchladen den Preis nicht erhalten solle, weil das Zutrittsverbot für Männer das Miteinander der Menschen erschwere. Als die Versammlung des Münchner Stadtrats die Entscheidung der Jury bestätigen sollte, wurde die Ehrung vorläufig aufgehoben:CSU, FDP und die USD, die aus zwei ausgetretenen SPD-Stadträten bestand, zogen die korrekte Zusammensetzung der Jury in Zweifel. Sie behaupteten auch, der städtische Preis stehe einem Gewerbebetrieb nicht zu. Der Streit dauerte ein Jahr und wurde schließlich durch ein Rechtsgutachten zugunsten von Lillemors entschieden.

Umzug in die Barer Straße 2001:



Am 3. April 2001 zog der Laden in die Barer Straße in Maxvorstadt um. 
Seitdem ist die Buchhandlung auch für Männer geöffnet.

Gegenwart:
Lillemors hat seine Besonderheit als Kommunikationszentrum seit den Anfängen behalten. Sowohl Kundenkreis als auch Sortiment weisen aber im Gegensatz zu den stark politisch orientierten Gründungsjahren eine viel größere Bandbreite auf: Mehr als 4000 Titel zu frauenspezifischen Themen sind auf Lager, darunter zum Beispiel auch Krimisund Bücher zum Thema Reisen. Alle neu oder antiquarisch lieferbaren Bücher aus Deutschland, Europa und den USA werden besorgt, auch Zeitschriften undNichtbuchmaterialien wie CDs, Kalender oder Postkarten sind im Angebot.

Preise und Auszeichnungen
1987: Münchner Förderpreis für Frauenforschung und Frauenkultur, verliehen von der Stadt München, dotiert mit 10000 DM.


2014/15: Buchhandlung des Jahres in der Kategorie „Spezialbuchhandlung“, verliehen von der Fachzeitschrift Buchmarkt

Literatur
Katharina Reintjes: Bücher und Bilder beim „Mütterlein“. In: Robert Gigler (Hrsg.): Seitenwege. 33 ungewöhnliche Buchhandlungen in München. München Verlag, München 2007, S. 90-93.

Weblinks
Commons: Barer Straße 70 (München) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Website der Lillemors Frauenbuchladen GmbH http://www.frauenliteratur.de/


Einzelnachweise

↑ Elisabeth Zellmer: Töchter der Revolte? Frauenbewegung und Feminismus der 1970er Jahre in München Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2011, S. 173; Mitteilung zur Gründung, abgerufen am 13. Dezember 2014; Chronik FrauenMediaTurm zur Gründung von Lillemors am 3. November 1975, abgerufen am 13. Dezember 2014.
↑ Richard Deiss: Kaufhaus der Worte. 222 Buchhandlungen, die man kennen sollte., Books on Demand, 7. Auflage, 7. April 2014, ISBN 3842300565, S. 53.
↑ Mitteilung zur Gründung, abgerufen am 7. Dezember 2014.
↑ Katharina Reintjes: Bücher und Bilder beim ‚Mütterlein‘. In: Robert Gigler (Hrsg.):Seitenwege. 33 ungewöhnliche Buchhandlungen in München München Verlag, München 2007, S. 92.
Hochspringen ↑ Katharina Reintjes: Bücher und Bilder beim „Mütterlein“, in: Robert Gigler (Hrsg.): Seitenwege. 33 ungewöhnliche Buchhandlungen in München. München Verlag, München 2007, S. 92-93.
↑ Katharina Reintjes: Bücher und Bilder beim „Mütterlein“, in: Robert Gigler (Hrsg.): Seitenwege. 33 ungewöhnliche Buchhandlungen in München München Verlag, München 2007, S. 92.
↑ Andrea Böhm: Das Reservat., in: Emma, Ausgabe März 1988, S. ?.
↑ kicks: 15 Jahre Lillemors Frauenbuchladen., in: Münchner Lokalberichte 24 vom 28. November 1990, 8, abgerufen am 13. Dezember 2014.
↑ Die Gewinner des BuchMarkt-Wettbewerbs Buchhandlung des Jahres 2014, abgerufen am 13. Dezember 2014.

13 Dezember 2014

Lesen macht klug und schoen 1151 - Ulrike Draesner - Sieben Sprünge vom Rand der Welt

Was es bedeutet, die Heimat zu verlieren …"Krieg, Flucht und Vertreibung: Ulrike Draesner ergründet in einem glänzenden Roman die Verfasstheit einer traumatisierten Generation."
Ulrike Draesner - Sieben Sprünge vom Rand der Welt
Roman

Ulrike  Draesner - Sieben Sprünge vom Rand der Welt

Luchterhand Literaturverlag, München 2014
ISBN 9783630873725
Gebunden, 560 Seiten,
21,99 EUR
hier bestellen (Ab 25€ ist der Versand kostenfrei)

Was es bedeutet, die Heimat zu verlieren …
Simone Grolmann ist 52, etabliert und angesehen, Professorin für Verhaltensforschung, Mutter einer Tochter, ein analytischer Mensch. Und doch hat sie Angst. Angst vor Schnee. Die Angst ist tief in ihr, versunken wie der Breslauer Wald, durch den ihr Vater, sein behinderter Bruder Emil und Lilly, die Mutter der beiden, in der Nacht vom 19. auf den 20. Januar 1945 stapften, bei minus 21 Grad: drei Menschen mit drei durchweichten Pappkoffern. 17 Jahre vor Simones Geburt war das, und doch ist es ihre eigene Angst.

Simone liebt ihren Vater Eustachius – und kommt ihm gleichwohl nicht nah. Eustachius Grolmann, 83, ist ein Kriegskind. Aufgewachsen im Propagandastaat, 1945 aus Schlesien in den Westen geflohen. Noch immer wird er von den Erinnerungen an die Flucht und den Tod seines Bruders heimgesucht. »Sei froh, dass du lebst.« Diesen Nachkriegssatz hat er sich selbst so oft vorgesagt, bis er glaubte, das, was er spürte, könnte nun endlich dieses Frohsein sein.
Ulrike Draesner kreuzt die Lebenswege der schlesischen Grolmanns mit dem Schicksal einer aus Ostpolen nach Wrocław vertriebenen Familie. Vier Generationen kommen zu Wort. Virtuos entwirft sie ein Kaleidoskop der Erinnerungen, die sich zu immer neuen Bildern fügen. Sie zeigen, wie die durch Flucht und Vertreibung ausgelösten Traumata weiterwirken und wie sich seelische Landschaften von einer Generation in die nächste weitervererben. Die Geschichten der Grolmanns und der Nienaltowskis werden zum Spiegel von hundert Jahren mitteleuropäischer Geschichte. Sie erzählen von den Mühen und Seligkeiten zwischen Eltern und Kindern, von Luftwurzeln, Freiheit und Migration.


Ulrike Draesner, 1962 in München geboren, eine der profiliertesten deutschsprachigen Autorinnen, lebt in Berlin. Ihr Werk umfasst Lyrik, Prosa, Essayistik, Hörspiel. Vor allem für ihre Gedichte und Romane wurde Ulrike Draesner mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Joachim-Ringenatz-Preis für Lyrik (2014), dem Roswitha-Preis (2013), dem Solothurner Literaturpreis (2010) und dem Drostepreis (2006). Sie schreibt Romane, Erzählungen und Gedichte, und interessiert sich für Naturwissenschaften ebenso wie für kulturelle Debatten.
www.draesner.de