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02 Juni 2013

Claire Keegan - Das dritte Licht - Lesen macht klug und schoen 996

„Diese Erzählungen zählen zu den besten, die ich seit Jahren gelesen habe.“ Roddy Doyle
Claire Keegan - Das dritte Licht 
Erzählung

Buchcover: Claire Keegan

Steidl Verlag
ISBN  9783869306094
Erscheinungstermin: 03.2013
EUR 16,00
hier bestellen (Ab 25€ ist der Versand kostenfrei)


An einem heißen Sommertag, gleich nach der Frühmesse, liefert ein Vater seine kleine Tochter bei entfernten Verwandten auf einer Farm im tiefsten Wexford ab. Seine Frau ist schon wieder schwanger, noch ein Maul wird zu stopfen sein. Sollen die kinderlosen Kinsellas die Kleine also ruhig so lange dabehalten, wie sie wollen …

So findet sich das Mädchen an einem seltsam fremden Ort wieder: Hier gibt es einen Brunnen, der nie austrocknet, Milch und Rhabarber und Zuwendung im Überfluss. Hier gibt es aber auch ein trauriges Geheimnis, das einen Schatten auf die leuchtend leichten Tage wirft, auf diesen einen glücklichen Sommer, in dem das Mädchen lernt, was Familie bedeuten kann. Das dritte Licht ist eine kleine, große Geschichte darüber, was ein Kind zum Leben braucht.


Claire Keegan, geboren 1968, wuchs auf einer Farm in der irischen Grafschaft Wicklow auf. Sie hat in New Orleans, Cardiff und Dublin studiert. Im Steidl Verlag sind von der vielfach ausgezeichneten Autorin bereits die Erzählungsbände Wo das Wasser am tiefsten ist und Durch die blauen Felder erschienen. Für Das dritte Licht erhielt sie den renommierten Davy Byrnes Award. Claire Keegan lebt in Wexford, Irland.
http://en.wikipedia.org/wiki/Claire_Keegan

18 Mai 2013

Christine Lavant - Das Wechselbälgchen - Lesen macht klug und schoen 985

Wechselbälgchen eignet sich hervorragend als Parabel mit einem "sonderbaren Sog":
Christine Lavant - Das Wechselbälgchen
Erzählung
Cover Das Wechselbälgchen
Wallstein Verlag, Göttingen 2012
ISBN 9783835311473
16,90 EUR
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Christine Lavant, die große österreichische Lyrikerin, ist als Prosaautorin neu zu entdecken. Ihre ganz unvergleichliche Erzählung »Das Wechselbälgchen« - jetzt wieder lieferbar.

Zitha ist vom Schicksal geschlagen. Sie ist das uneheliche Kind einer Bauernmagd, geistig zurückgeblieben und körperlich entstellt. Die Leute im Dorf, die so katholisch wie abergläubisch befangen sind, haben für das traurige Schicksal des Mädchens eine einfache Erklärung: Böse Geister haben der unglücklichen Magd nach der Geburt das Kind geraubt und ihr stattdessen ein verhextes Mädchen untergeschoben. Einen Wechselbalg, wie er aus Sagen und Gespenstergeschichten der Alpengegenden bekannt ist. Er werde das ganze Dorf ins Unglück stürzen, heißt es. So nimmt der kollektive Wahn seinen Lauf, gegen den auch die Liebe der Mutter nichts auszurichten vermag. Schließlich wird dem Mädchen sogar nach dem Leben getrachtet.
Christine Lavant beschreibt die Ausgrenzung einer Schwachen aus der dörflichen Gemeinschaft mit großer Eindringlichkeit. Die erst 1998 posthum veröffentlichte Erzählung steht auch für die Gefährdung unserer Zivilisation, die sich nicht zuletzt zu Lebzeiten 

Christine Lavants in der »Vernichtung unwerten Lebens« durch die Nationalsozialisten gezeigt hat. Nachdem »Das Wechselbälgchen« längere Zeit vergriffen war, erscheint die Erzählung nun erstmals im Wallstein Verlag, herausgegeben von Klaus Amann, der eine kommentierte Werkausgabe von Christine Lavant vorbereitet.



Christine Lavant, geboren 1915 in ärmlichsten Verhältnissen in St. Stefan im Kärntner Lavanttal, litt seit früher Kindheit an schwersten Erkrankungen, die sie lebenslang beeinträchtigten. Ihren Lebensunterhalt verdiente sie mit Stricken. Sie begann schon in den 1930er Jahren mit dem Schreiben, ihre ersten Veröffentlichungen erschienen ab Ende der 1940er Jahre. Neben zahlreichen anderen Auszeichnungen erhielt sie 1954 und 1964 den Georg-Trakl-Preis für Lyrik und 1970 den Großen Österreichischen Staatspreis für Literatur. Christine Lavant starb 1973. 
Ein beträchtlicher Teil ihres literarischen Nachlasses ist noch unveröffentlicht.

04 Januar 2013

Christa Wolf - August - Lesen macht klug und schoen 871 -

Christa Wolf - August
Erzählung

August
Suhrkamp Verlag, Berlin 2012
ISBN 9783518423288
14,95 EUR

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"Mottenburg nennen die Patienten ihre Lungenheilstätte, in der alle an derselben Krankheit leiden, alle die "Motten" haben. Einer von ihnen ist der achtjährige August, der seine Mutter auf der Flucht aus Ostpreußen verloren hat und selbst verloren wäre, gäbe es da nicht Lilo.
 Lilo ist siebzehn, sie ist schön, sie wagt es, sich mit der Oberschwester anzulegen, und wenn Lilo seinen Namen ausspricht, klingt er anders als sonst. Mehr als sechzig Jahre danach sind die Erinnerungen an diese Zeit immer noch präsent, kann August darin wie in einem Bilderbuch blättern. 

1976 erschien "Kindheitsmuster", Christa Wolfs großes autobiografisches Buch. 35 Jahre später rückt sie eine Figur daraus in den Mittelpunkt ihrer neuen Erzählung: Wir begegnen dem Jungen August wieder, lesen von einer schwierigen Kindheit im Zeichen von Krieg und Krankheit, aber auch von einem erfüllten Leben, in dem es etwas gegeben hat, das man wohl Glück nennen könnte."

21 September 2012

Jessica Durlacher - Der Sohn - Lesen macht klug und schoen 778

»Die menschliche Existenz ist eine fragile Angelegenheit«
Jessica Durlacher - Der Sohn
Roman
Der Sohn von Jessica Durlacher
Diogenes Verlag
ISBN 9783257068115
22,90 EUR
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Als Sara Silverstein unter der Schreibtischplatte ihres verstorbenen Vaters eine alte Pistole mit fünf Patronen findet, sind sie und ihr geliebter Familienkokon längst Opfer einer Kette von unfassbaren Grausamkeiten geworden, deren Zusammenhang sie noch nicht begreift. Nach und nach erkennt sie, dass da ein Täter waltet, der selbst in eine uralte Geschichte von Hass, Schuld und Opferrolle verstrickt ist. Und was treibt ihren 18-jährigen Sohn Mitch dazu, die Niederlande zu verlassen und sich in den USA zum Afghanistan-Kämpfer ausbilden zu lassen? Die Geschichte einer Heimsuchung.

›Das ist wohl das Schlimmste auf der Welt: Wenn man die, die man liebt, nicht beschützen kann.‹ Aus dem Niederländischen von Hanni Ehlers.

23 Februar 2012

Hanna Lemke - Geschwisterkinder - Lesen macht klug und schoen 585

Geschichten - ungeheuer lebensprall und bildhaft
Hanna Lemke - Geschwisterkinder
Erzählung

  Geschwisterkinder


Kunstmann Verlag
ISBN 978-3-88897-749-7
14.95 €
hier bestellen (Ab 25€ ist der Versand kostenfrei) - auch im Tipp der Woche auf unserer Website

Eine beinahe zur Alltäglichkeit gewordene Einsamkeit umgibt Milla und Ritschie, und auch die Vertrautheit zwischen den beiden Geschwistern scheint nicht mehr zu sein als eine Erinnerung an die Kindheit. 

 Erschöpft von den tagtäglichen Unerheblichkeiten, bringen erst der Besuch eines alten Freundes der Familie und die Einladung zu einer Hochzeit von flüchtigen Bekannten die Geschwister einander wieder näher. Milla und Ritschie fangen an zu reden: 

Darüber, wie es ist, wenn man sich wieder einmal nicht verliebt. Und darüber, wie die Angst vor all dem wächst, was sich im Leben falsch anfühlt. 

So beginnt eine zarte Annäherung, die darauf beruht, dass nicht alles, was wir übereinander zu wissen meinen, stimmt und nicht jede Erinnerung wahrhaftig ist.