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19 April 2013

Olga Martynova -Mörikes Schlüsselbein - Lesen macht klug und schoen 961

Olga Martynova  - Mörikes Schlüsselbein
Roman



Droschl Verlag, Graz/Wien 2013
ISBN 9783854208419
22,00 EUR
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Mit einem Kapitel aus ihrem zweiten Roman hat Olga Martynova im Juli 2012 den Ingeborg-Bachmann-Preis gewonnen. Wie sie in diesem Preis-Kapitel mit leichtester Hand die Motive rund um den Protagonisten verwob, bis daraus ein strahlendes Beispiel für die Souveränität der Literatur im (oder sogar über das) Leben entstand, so bewegen sich die (scheinbaren) Gegensätze Literatur und Leben, Dichtung und Alltag, Geschichte und Gegenwart, Russland, Amerika und Deutschland, Traum und Realität auf beschwingteste Weise durch den ganzen Roman. 


Marina und Andreas sind ein mehr oder weniger stabil verheiratetes russisch-deutsches Paar in den besten Jahren, in ihrem Freundeskreis Schriftsteller, Dichter, Künstler: der Sinologe Pawel kennt zwar nach wie vor hunderte von chinesischen Gedichten auswendig, vergisst aber, was vor einer Stunde war, der Ballerina Antonia sind die Menschen ausgegangen, denen sie von ihren Tourneen Geschenke mitbringen kann, und aus dem Russisch-Studenten John ist ein Agent geworden. 

Und während der alte russische Dichter Fjodor stirbt, werden gerade wieder neue Künstler geboren: Andreas’ und Marinas Sohn Moritz wird zum Dichter, ihre Tochter Franziska zur Malerin. Mit feinstem Sinn für die Realität, einem offenen Blick für das Phantastische und dem für sie typischen Humor erzählt Olga Martynova von der Selbstfindung und der Situation des Künstlers in der Gegenwart – und verbindet das auch noch mit einem Schuss Agentenroman. 





Olga Martynova, 1962 bei Krasnojarsk in Sibirien geboren, wuchs in Leningrad auf, studierte russische Sprache und Literatur; 1991 zog sie nach Deutschland. Sie lebt mit ihrem Mann Oleg Jurjew in Frankfurt/Main.
Sie schreibt Gedichte (auf russisch) und Essays und Prosa (auf deutsch): Brief an die Zypressen (Gedichte, 2001, dt. von Olga Martynowa und Elke Erb), Wer schenkt was wem (Essays, 2003), Rom liegt irgendwo in Russland (mit Jelena Schwarz. Gedichte, 2006) und In der Zugluft Europas (Gedichte, 2009). Mit ihrer Lyrik war Olga Martynova auf der Longlist für den Russischen Preis 2009, mit ihrem Roman-Debüt Sogar Papageien überleben uns (Droschl 2010) kam sie auf die Longlist des Deutschen Buchpreises 2010 und auf die Shortlist des Aspekte-Preises 2010. 2011 erhält sie den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis der Robert Bosch Stiftung und den Roswitha-von-Gandersheim-Preis. 2012 gewinnt Martynova den Ingeborg-Bachmann-Preis für ein Kapitel aus dem Roman Mörikes Schlüsselbein, der im März 2013 bei Droschl erscheinen wird. 
BACHMANN-PREIS 2012 FÜR OLGA MARTYNOVA 
Die Juroren in der Diskussion nach der Lesung von Olga Martynova: 
»Das Literarische, von Pathos befreit - sehr erfrischend!« (Corinna Caduff) 
»Brillant, wie die große Geschichte in den kleinen Geschichten gespiegelt ist!« (Paul Jandl) 
»Ein hintersinniger, lakonischer, anarchischer Witz, der von der Andeutung lebt« (Daniela Strigl) 
»Ein souveräner und luftig erzählter Text.« (Meike Feßmann) 
»Ein hocherotischer Text, der die erotische Lust am Schreiben in vielen Varianten ausprobiert« (Paul Jandl) 
»Das Große im Kleinen so nebenbei zu spiegeln, harmonisch und elegant - wunderbare Kunstgriffe, die man können muss!« (Hubert Winkels)