Mit ihrer zornigen Poesie gehört die 27-jährige Stephanie Gleißner aus Berlin auf keinen Fall ins Vorprogramm der Klagenfurter Literaturkurse.
Stephanie Gleißner - Einen solchen Himmel im Kopf
Roman
Aufbau Verlag, Berlin 2012
Erscheint am 23. Juli 2012
€ 16,99
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Eine Heilige im Hinterland:
"Das Wunder ist für die Anderen bestimmt, nicht für die Heiligen, die brauchen es nicht mehr, die glauben bereits, und deswegen kommt das Wunder für sie meist zu spät.“
Dass sie ihren Kopf ziemlich weit oben trage, fanden die Alten. Sie sei begabt aber auch gefährdet, meinten die Lehrer.
Den pöbelnden Jungs im Zug schlug sie mit der flachen Hand ins Gesicht und zu Hause klebte sie Heiligenbilder in ein Heft. Und heute? Zehn Jahre später sitzt Johanna hinter einem Schreibtisch der örtlichen Krankenkasse, Thermoskanne und Pausenbrot neben sich, und schaut nur kurz auf, als ihre ehemals beste Freundin Annemut den Raum betritt.
Was ist nur aus Johanna geworden?
Annemut versucht zu verstehen. Sie erinnert sich an den Sommer im Gartenhaus, die gemeinsamen Ausgehnächte und jene Morgendämmerung, in der sie dabeistanden und zusahen, wie die verrufene Pension Malinowski niederbrannte.
Erklärungen findet Annemut nicht, doch eine Frage wird dringlicher:
Was ist eigentlich aus mir geworden?
