Maylis de Kerangal - Die Brücke von Coca
Roman
Suhrkamp, Berlin 2012
ISBN: 978-3-518-42292-2
19,95 Euro
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Die neuen Dimensionen der Komödien und Tragödien im Alltag der Globalisierung erzählt der preisgekrönte Roman der französischen Autorin Maylis de Kerangal.
Personen aus den unterschiedlichsten Weltgegenden treffen aufeinander, und es entwickeln sich neue ungeahnte Verwicklungen, Verhältnisse und Beziehungen zwischen den Menschen, es entstehen völlig unbekannte Situationen mit unvorstellbaren Konsequenzen, Vorgänge, in den sich alte Einstellungen und neueste Haltungen gegenüberstehen.
In Coca, einer Stadt im fiktiven Kalifornien, soll am Anfang unseres Jahrtausends eine enorme Brücke entstehen, mit der die letzte Kluft zwischen der westlichen Zivilisation und dem Rest an unberührter Kultur überwunden werden soll. Menschen aus allen Teilen des Erdballs strömen an diese gigantische Baustelle.
Auf diese Weise bildet sich ein menschlicher Schmelztigel unbekannten Ausmaßes. In diesem Zusammenprall der Kulturen werden Kräfte ungeahnten Ausmaßes freigesetzt: Die Brücke von Coca registriert anhand der Stationen der Fertigstellung dieses Menschheitsdenkmals detailliert die Tricks der großen und kleinen Politik, die Passionen und Leiden, Verbrechen und Amouren beim Zusammentreffen der Kulturen:
eine andere kosmopolitische Generation entsteht unter schmerzhaften Kämpfen.
Der Bürgermeister von Coca, einer fiktiven Kleinstadt in Kalifornien, beschließt, eine gigantische Brücke bauen zu lassen, um aus seiner unbedeutenden Gemeinde eine Weltstadt des 21. Jahrhunderts zu machen und reißt so das verschlafene Nest aus seinem Dämmerschlaf. Angezogen von den Hoffnungen, die dieses pharaonische Großprojekt verheißt, diesem wirtschaftlichen Glücksfall in Zeiten der Krise, strömen die verschiedensten Menschen aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt nach Coca, um hier ihr Glück zu finden.
Die Autorin führt uns mitten hinein in einen menschlichen Schmelztiegel, in dem sich die unterschiedlichsten Schicksale vor dem Hintergrund der Globalisierung und der Erschütterung der Grundfeste kreuzen.
Sie beschreibt eine moderne Odyssee, die, unter dem Einfluss der übereifrigen Ziele eines Mannes, die echlichkeit der menschlichen Natur veranschaulicht.
Aus dem Französischen von Andrea Spingler
